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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Gang und Gliederung der christlichen Geschichte.

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oströmischen Reiche, wo der grübelnde Verstand seit lange sich in Ver-zerrung der kirchlichen Lehre fruchtbar erwiesen und die Herrschergewaltunberufen und ungeschickt in Lehre und Negierung der Kirche eingegriffenhat, tritt die geistliche Gewalt, die im Widerspruche mit dem Wesender Kirche sich der weltlichen in geistlichen Dingen unterordnet, zu demObcrhaupte der Kirche in einen Gegensatz, dessen Folge ein Losreißender Kirche jenes Reiches von der gesammten Kirche und in weiteremVerlaufe ein Absterben des kirchlichen Lebens in jenen Landen ist. Dieso gebildete schismatische Kirche Pflanzt sich, indem von Constantinopelaus das Christenthum zu dem Volke der Russen getragen wird, in denäußersten Osten Europas fort und sperrt so den Weg für diejenigenBemühungen, durch welche man von dem Mittelpunkte der kirchlichenNegierung aus die Menschen im Osten für die Gesammtheit der Kirchehätte gewinnen können, um sie wie Glieder eines Körpers an dem dieGesammtheit durchdringenden Leben Theil nehmen zu lassen. In Asienund Afrika hat bereits die Gründung der arabischen Herrschaft dieKirche danieder geworfen. Nur in Spanien ringt eine nicht unterwor-fene christliche Bevölkerung um Wiedergewinnung des verlorenen Bodensund vertheidigt mit dem nationalen Bestehen das Heiligthum des christ-lichen Glaubens. Aber dem völligen Untergange wird die Kirche jen-seits des Meeres nahe gebracht durch neue Herrschaften, die sich inreichem Wechsel auf den Trümmern des arabischen Reiches erheben.Nachdem alle diese Erscheinungen sich durch drei Jahrhunderte hingezogen,weckt Plötzlich der Ruf, den vom Grabe des Erlösers her die hart ge-drückten Christen an ihre Brüder in Europa richten, hier den Eifer,den Uebermuth der Ungläubigen mit gewaffneter Hand zu brechen undnicht zu rasten, bis es christlicher Boden sei, wo das Grab des Erlöserssich befinde. Nun erscheint mit einem Male die Einheit der christlichenVölker sich verwirklichen zu sollen, da aus allen Gegenden der Christen-heit Schaaren zum Kampfe gegen den gemeinsamen Feind des christlichenGlaubens nach Asien eilen. Was in Spanien schon Jahrhunderte hin-durch geschehen, beginnt jetzt in Syrien, doch ohne Theilnahme des ost-römischen Reiches. Die neue, für das Leben der christlichen Völker be-deutungsvolle Erscheinung eröffnet einen neuen Zeitraum nach dem durchKarl den Großen eröffneten. Die Geschichte des von Karl dem Großenbis zu jenen heiligen Kriegen reichenden Zeitraums handelt von denLändern, über die Karls des Großen Herrschaft sich erstreckt hat, vonEngland und dem Norden, von der mohammedanischen Welt und Spa-nien, von dem oströmischen Reiche. Da aber das Reich Karls desGroßen unter seinen Nachfolgern nicht vereinigt bleibt, sondern nord-wärts der Alpen sich die römisch redenden und die deutsch redendenVölker von einander sondern, südwärts der Alpen aber Italien nach