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Gang und Gliederung der christlichen Geschichte.
kischen Gebiete auch das Gebiet des Christenthums, indem seine Erobe-rungen den Boten des Glaubens die Wege zu heidnischen Völkern öff-nen und durch das Bestreben, die fränkische Hoheit über die Unterwor-fenen zu behaupten, zugleich jedem von den Anhängern des Hcidenthumsausgehenden Versuche zu dessen Wiedererhcbung wehren müssen. Da-durch endlich, daß er für das Abendland die römische Kaiserwürde mitder neuen Bedeutung eines zugleich den Schutz der Kirche in sich schlie-ßenden Amtes erneuert, ist eine höchste weltliche Macht geschaffen, diesich dem Papstthume als der höchsten geistlichen Macht zu gemeinsamemWirken verbindet und so die doppelte Pflicht übernimmt, der geistlichenGewalt ein freies Walten in ihrem Bereiche zu sichern und die welt-liche Gewalt so zu gebrauchen, daß bei allen Entscheidungen und An-ordnungen die kirchlichen Rücksichten nicht verletzt werden. Indem sozu einem Gesammtstaate der Christenheit, in welchem alle christlichenStaaten Glieder bilden, die Grnndzüge gegeben sind, ist zugleich diegroße Aufgabe für die geistlichen und weltlichen Regenten gestellt, dasin diesen Grundzügen Geforderte, das den natürlichen Verhältnissen derVölker und den persönlichen Vortheilen der Herrscher in vieler Be-ziehung so sehr entgegen sein muß, mit der nämlichen Selbstüberwin-dung zu verwirklichen, mit welcher der Einzelne sich aus dem Menschenzum Christen zu machen bestrebt sein soll. Die Bemühungen, dieserAufgabe zu entsprechen, so wie die Störungen, welche durch Mangelan Erkenutniß derselben entstehen, bilden für den Kreis, in welchemKarl der Große gewaltet, einen großen Theil der Geschichte von dreiauf Karl den Großen folgenden Jahrhunderten. Indessen begibt sichaußerhalb dieses Kreises dreierlei. Im Osten und Norden Europa'ssetzt das Christenthum seinen siegreichen Kampf mit dem Heidenthumfort. Im Osten findet es leichteren Eingang, da die Berührung mitDeutschland auf dem Wege des Verkehrs ihm vorarbeitet und die vonden deutschen Herrschern gegen die östlichen Grenzländer in Anspruchgenommene Hoheit, wenn sie auch in weltlichem Sinne nicht auf dieDauer behauptet wird, dem neu gepflanzten Christeuthum zum starkenRückhalte dient. Im Norden Europas erschwert sich für das Christcn-thum jener Kampf durch den Mangel an stetiger Verbindung mit denschon christlichen Ländern und durch den Mangel einer durch weltlicheCultur und staatliche Ordnung gegebenen Unterstützung. Zwar bietetsich England für die Gründung des Christenthums im Norden als Ver-mittler dar, aber die Berührung, in die es mit ihm tritt, führt erst aufweitem Wege dahin, daß die ungestümen Söhne des Nordens in demvon ihnen oft besiegten England den Widerstand gegen die Lehre desHeils verlernen. Während die Kirche so nach zwei Seiten hin anBoden gewinnt, erleidet sie anderswo die empfindlichsten Verluste. Im