vergelten und alles Böse vergeben!" Aber kaum warsie einige Schritte entfernt als sie rief: „Ach Gott, ichhabe ja alle meine Schuhe vergessen; die stehen oben aufdem Brett." Und noch hatte sie diese Worte kaum aus-gesprochen als wie nachtrabend die Schuhe von demFenster herabflogen auf die Straße.
„Lauf' drin zum Teufel!" schrie eine Stimme aus demDachfenster. Die Stimme tönte tief, und doch war's dieRosel.
Barfüßele las die Schuhe zusammen und trug sie mitJohannes, der den Sack auf dem Rücken hatte, nach demWirthshause.
Der Mond schien hell und im Dorfe war bereitsAlles still.
Bürfüßclc wollte nicht im Wirthshause bleiben.
„Und ich möchte am liebsten heut' noch fort," setzteJohannes hinzu.
„Ich will bei der Marann' bleiben," entgegnete Bar-füßele, „das ist mein Elternhaus, und du läßst mir dei-nen Hund.. Gelt, dn bleibst bei mir, Lux? Ich fürchte,sie thun mir heute Nacht was an, wenn ich hier bleibe."
„Ich wach' vor dem Haus," entgegnete Johannes,„aber es wäre besser, wir gingen jetzt gleich; was willstdu denn noch hier?"
„Bor Allem muß ich noch zu der Marann'. Sie hatMutterstelle an mir vertreten und ich Hab' sie heute denganzen Tag noch nicht gesehen und nichts für sie sorgenkönnen, und sie ist noch krank dazu. Ach Gott, es isthart, daß ich sie allein lassen muß. Aber was will ichmachen? Komm', geh mit zu ihr."
Sic gingen mit einander durch das schlafende mond-