Druckschrift 
Barfüßele
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

Strecke vor Endringen hinansgekommcn, als cs hieß:die Fackeln blende» nur!" und besonders zwei beurlaubteSoldaten, die in ganzer Uniform unter dem Trupp wa-ren, spotteten im Bewußtsein ihrer angchängtcn Säbelüber die Fackeln. Man verlöschte sie in einem Graben.Nun fehlte noch Dieser und Jener und Diese und Jene.Man rief ihnen zu und sie antworteten auS der Ferne.Die Rosel wurde von des Kappelbauern Sohn von Lau-terbach begleitet, aber kaum war er fort und war sie beiihren Ortsangehörigen, als sic laut sagte:Ich will Nichtsvon Dem." Einige Bursche stimmten ein Lied an undEinzelne sangen mit, aber es war kein rechter Zusammen-halt mehr, denn die Soldaten wollten neue Lieder znmBesten geben. Es wurde mir manchmal laut gelacht,denn einer der Soldaten war ein Enkel des lustigenBrost, der Sohn der Gipsmüllerin Monika, und derbrachte allerlei Witze vor, denen besonders der Schneider-jörg, der mit ging, zum Stichblatt dicneu mußte. Undwieder wurde gesungen und jetzt schien man sich geeinigtzu haben, denn es tönte voll und hell.

Barfüßele ging immer hinter drein, eine gute Streckevon ihren Ortsangehörigcu entfernt. Man ließ sic ge-währen und das war das Beste, was man ihr anthunkonnte. Sie war bei ihren Ortsangchörigen und dochallein und sie schaute sich oft um nach den Feldern undWäldern: wie war das wunderlich jetzt in der Nacht,so fremd, und doch wieder so vertraut. Die ganze Weltwar ihr so wunderlich wie sie sich selbst geworden war.Und wie sie ging, einen Schritt nach dem andern, wiefortgeschoben und gezogen, und nicht wußte, daß sie sichbewegte, so bewegten sich die Gedanken in ihr von selbst.