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Barfüßele
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der fremde Bursche verschwunden. Sie ging hinab vordas Haus und da sah sie ihn noch nicht weit entferntauf seinem Schimmel davon reiten; aber er wendete sichnicht mehr um.

Die Nebel zogen wie Schleierwolken auf dem Wiesen-thal dahin, die Sonne war schon hinab, Barfüßele sagtefast laut vor sich hin:

Ich wollt' es sollte gar nicht wieder morgen werden,immer heut', immer heut'" und sie stand in Träumen ver-loren. Die Nacht kam rasch herbei. Der Mond wie einedünne Sichel stand schon auf den dunkeln Bergen undnicht weit von ihm, Haldenbrunn zu, der Abendstern.Ein Bcrnerwägclchen nach dem andern fuhr wiederum da-von. Barfüßele hielt sich zum Gefährte ihres Meisters,das eben auch angespannt wurde. Da kam Rosel undsagte ihrem Bruder, daß sie den Burschen und Mädchenaus dem Dorfe versprochen habe: heute gemeinsam mitihnen heimzugehen, und es verstand sich nun von selbst,daß der Bauer nicht allein mit der Magd fuhr. DasBernerwägelein raffelte heim. Die Rosel mußte Barfüßelegesehen haben, aber sie that als ob sie nicht da wäre undBarfüßele ging noch einmal hinaus, den Weg, den derfremde Reiter dahin geritten war. Wohin ist er nur ge-ritten? Wie viel hundert Dörfer und Weiler liegen hiernach diesem Wege hinaus, wer kann sagen, wo er sichhingewendet? Barfüßele fand die Stelle, wo er sie heutefrüh zum ersten Male begrüßt; sie wiederholte laut An-rede und Antwort vor sich hin. Sie saß noch einmaldort hinter der Haselhecke, wo sie heute Morgen geschlafenund geträumt. Eine Goldammer saß auf einer schlankenSpitze und ihre sechs Tone lauteten gerade: Was thust