Druckschrift 
Barfüßele
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

abschneiden, da ist man im ganzen Gesicht gleich. DuNärrle, gräm' dir deine jungen Jahre nicht ab, es giebtsie dir Keiner wieder heraus. Die alten kommen schonvon selber."

Es gelang der schwarzen Marann' leicht, Barfüßelezu trösten. Mr wenn sie allein war, lag noch ein selt-sames Bangen auf ihr. Was soll das werden?

Eiu wunderliches Rumoren ging durch das Dorf.Man sprach seit vielen Tagen davon, daß es in Endringeneine Nachhochzeit gebe, wie seit Mcnschengedenken keine inder Gegend gewesen sei. Die älteste Tochter des Dominikund des Ameilc die wir noch vom Lehnhold her ken-nen heirathete einen reichen Holzhändler im Murg-thal und man sagte, das gäbe eine Lustbarkeit wie mausie noch nie erfahren.

Der Tag rückte immer näher heran. Wo sich zweiMädchen begegnen ziehen sie sich hinter eine Hecke, eineHeuflur und können gar kein Ende finden und behauptendoch stets, daß sie gewaltig Eile hätten. Man sagt, eskäme Alles aus dem Oberlande und aus dem ganzenMurgthal und dreißig Stunden Wegs her, denn das seieine große Familie. Am Rathhausbrunnen, da war erstdas rechte Leben, da wollte kein Mädchen ein neuesKleidungsstück haben, um sich andern Tages umsomehr ander Ueberraschung und dem Staunen zu erfreuen. Vor-lauter Fragen und Hin- und Herreden vergaß man dasWasserschöpfcn, und Barfüßele, die am spätesten gekommenwar, ging am frühesten mit vollem Kübel wieder heim.Was ging sie der Tanz an! Und doch war's ihr immerals hörte sie überall Musik.

Am andern Tage hatte Barfüßele viel im Hause hin