mir als Knecht. Das Stciumetzenlebcn war gar so hungrig.Barfüßele hatte viel zu widersprechen;' er solle bedenken,das; er nun schon das zweite Handwerk habe und dabeibleiben müsse; das sei nichts, daß man immer wiederanderes anfange und glaube, dabei sei mau glücklich, manmüsse ans dem Flecke, auf dem mau steht, es sein, sonstwerde man es nie. Dami ließ sich eine Zeitlang be-schwichtigen, und so groß war bereits die unwillkürlicheGeltung Barfüßeles, und so natürlich die Annahme, daßsie für ihren Bruder sorge, daß man ihn immer nur „desBarfüßcle's Dami" hieß, als wäre er nicht ihr Bruder,sondern ihr Sohn, und doch war er um einen Kopsgrößer als sic, und that nicht als ob er ihr unterthansei. Ja, er sprach es oft aus, wie es ihn wurme, daßman ihn für geringer halte als sie, weil er nicht solchÄaulwerk habe. Die Unzufriedenheit mit sich und seinemBeruf ließ er zuerst und immer an der Schwester aus.Sie trug es geduldig, und weil er nun vor der Weltzeigte, daß sie ihm gehorchen müsse, gewann sie dadurchnur immermehr an Ansehen und Ucbermacht in der Öf-fentlichkeit; denn Jeder sagte: es sei brav von dem Bar-füßele, was sie an ihrem Bruder thätc, und sie stiegdadurch noch, daß sie sich von ihm gewaltthätig behandelnließ, während sie für ihn sorgte wie eine Mutter; dennin der That wusch und nähte sie ihm in den Nächten,daß er zu den Saubersten im Dorfe gehörte, und beizwei Paar Rahmeuschuhcn, die sie als Theil ihres Lohnesjedes halbe,Jahr bekam, hatte sic beim Schuhmacher nochdraufbezahlt, damit er solche ihren: Dami mache, und sieselber ging allzeit barfuß und nur selten sah man sie ein-mal des Sonntags in Schuhen in die Kirche gehen.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten