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Aber nicht immer glühen die Wangen in wachen Träu-men, nicht immer leuchtet die Sonne hell in die offenenBlüthen und in die wogende Saat. Noch im Frühlingkamen jene naßkalten Tage, in denen die Blüthenbäumcwie frierende Fremdlinge stehen und Tagelang läßt sichdie Sonne kaum blicken und ein starres Frösteln geht durchdie Natur, nur bisweilen unterbrochen vom Aufzucken einesWindstoßes, der Blüthen von den Bäumen reißt undfortträgt. Die Lerche allein jubilirt noch in den Lüften,wohl über den Wolken, und der Fink stößt seinen klagen-den Ton aus vom Holzbirnenbaum, an dessen Stammgelehnt Amrei steht. Der Theisles-Manz hat sich weiterunten beim rothangestrichenen hölzernen Kreuze unter die Lindegestellt und jetzt in streifweißen Schlittern prasselt der Hagelhernieder, und die Gänse strecken die Schnäbel empor,wie man sagt, damit cs ihnen das weiche Hirn nicht ein-schlage; aber da drüben hinter Endringen ist's schon hellund die Sonne bricht bald hervor, und die Berge, derWald, die Felder, Alles sieht aus wie ein Menschen-antlitz das sich in Furcht ansgeweint hat und nun hellglän-zend in Freude strahlt. Die Vögel in der Luft und vonden Bäumen jubeln und die Gänse, die sich im Wetter-schauer zusammengedrängt und die Schnäbel verwundertaufgcstreckt hatten, wagen sich wieder auseinander undgrasen und schnattern und besprechen das vorübergegan- .gcne Ereigniß mit der jungen flaumweichen Brut, diedergleichen noch nicht erlebt hat. -—
Gleich nachdem Amrei vom ersten Unwetter überfallenworden war, hatte sie für künftige Fälle Vorsorge getrof-fen. Sie trug immer einen leeren Kornsack, den sie nochvom Vater ererbt hatte, mit hin,ns auf den Ganstrieb.