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Einleitung.
1547: Super relegandis et liinc movendis . . . domini acquiescuntnuperrimo suo decreto, videlicet quod simpliciter aliorsum se reci-piant neque in relegatione illa illis iniungatur de vitanda universitatead tria quatuor vel plura miliaria. Zeitlich konnte die Relegationbeschränkt sein insofern, als entweder von vornherein der Ausschlußnur auf eine bestimmte Zeitdauer ausgedehnt und Amnestie in Aus-sicht gestellt wurde, oder daß auf Bitten nach einiger Zeit Ver-zeihung gewährt und die Relegationsstrafe aufgehoben wurde. 2. Sep-tember 1506 werden drei Studenten, Vitus Rind, Johannes Schelklinund Eberhardus N. damit bestraft, quod abhinc usque ad diem Mer-curii proxime futurum recedant ab hoc loco universitatis et nonredeant, differenter tamen, videlicet, quod Vitus F. et Eberhardusredeant usque ad revocationem et gratiam universitatis, et tertius,videlicet Jo. Sch., simpliciter non habeat spem redeundi * 1 . Untergewissen Bedingungen, nämlich gegen das Versprechen, sechs Artikel,die ihm vorgelegt wurden (quod eligat magistrum, quod renuntietstatim domuncule, quod nulla arma amplius portet etc.), zu be-obachten, wurde 8. Juni 1510 dem relegierten Christoph Gundelfinger,der demütig um Verzeihung bat, solche gewährt. Eine ähnlicheWiederaufnahme eines Relegierten siehe in der Anmerkung zuChristoph. Wart, inskribiert 23. März 1592.
Daß die Relegation als Schande gefühlt wurde und dem davonBetroffenen auch in seiner künftigen Laufbahn schaden konnte, gehtaus einem im Statthaltereiarchiv in Innsbruck 2 erhaltenen Schreiben(vom 29. März 1620) des in Freiburg relegierten Wiener Kanonikersdr. iur. Sebastian Ermanowicz an den Erzherzog hervor, in dem ersich beklagt, er sei uugerechterweise relegiert worden „et in rele-gationis decreto verbis iniuriosis non secus ac famoso libello“ beleidigt,„ita ut ne in patria aut capitulo meo commode tolerari possim“: undweiterhin sagt er mit einem Wortspiel, daß er „ad famem et infamiamsimul condemnatus“ sei.
ad 4. Die schärfste Form der Ausweisung von der Universitätist die Exclusio, meistens verbunden mit offizieller Streichung aus derMatrikel. Angewendet wurde sie bei Sittlichkeitsvergehen, rebellio,perfidia et commissum periurium, schwereren Fällen von inoboedientia,contumacia, mitunter aber auch schon, namentlich im Wiederholungs-fall, bei immodestia oder insolentia vestium, d. h. Verstoß gegen
1 Eine Möglichkeit der Rückkehr wird auch in Aussicht gestellt durch die
1 orinel: ... relegatur et abeat non rediturus nisi cum scitu et voluntate universitatiset rectoris pro tune existentis. Prot, vom 25. Oktober 1520.
Ambraser Memorabilien IX 142. Österreichische Universität zu Frei-burg 1624.