V o r \v o r t.
In einer Besprechung des ersten Teils meiner Geschichte derUniversität Freiburg i. B. in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts(Bonn 1892, Hanstein) in der Berliner Philologischen Wochenschrift1893, Nr 25 (17. Juni, S. 793—794) hat einer unserer besten Kennerdes Humanistenzeitalters, der leider unterdessen schon verstorbeneProf. Dr Karl Hartfelder, nachdem er den Wunsch nach einer baldigenFortsetzung jener Arbeit geäußert, sich weiter dahin ausgesprochen:„Noch wichtiger freilich wäre es, wenn die Universität Freiburg jemandbeauftragte, ihre Matrikel, die für die älteren Zeiten so wichtig ist,und ihre Urkunden in einem Urkundenbuch nach dem Vorbild Heidel-bergs herauszugeben.“ Nur wenige Tage vorher hatte, unterm 31. Mai1893, der Senat unserer alma mater mir die erbetene Genehmigungzur Herausgabe der ältesten Matrikel der Universität erteilt.
Die Anregung, an diese Arbeit heranzutreten, hatte der ebenfallsnur allzufrüh der Wissenschaft entrissene Geh. Hofrat Prof. Dr FranzXaver Kraus mir gegeben. Freilich war ich mir der Größe derAufgabe damals noch nicht so recht bewußt und hätte jedenfalls nichtgeglaubt, daß 14 Jahre vergehen würden, bis der erste Band derÖffentlichkeit übergeben werden könne. Es waren eben auch nur dieFerien und die Mußestunden, welche oft strenge Berufsarbeit übrigließ, die der Arbeit gewidmet werden konnten. Und auch jetzt weißich nur zu gut, daß das, was ich hier zu bieten wage, sehr weit vonVollkommenheit entfernt ist, und ich mich mit einem tamen est laudandavoluntas werde begnügen müssen. Jeder, der solche oder ähnlicheArbeiten gemacht hat, wird zugestehen, daß, um namentlich in denAnmerkungen (zu mehr als 21000 Namen in unserem Fall) auch nureinigermaßen Erschöpfendes zu bieten, noch viel längere Zeit und auchdie Kräfte mehrerer nicht ausreichen dürften. Aber einmal mußteein Ende gemacht werden, und wenn mir auch in der gedrucktenLiteratur manches entgangen sein sollte, so darf ich doch sagen, daß