xc
Einleitung.
lesen wir 7. Dezember 1620: Dieweil sich gar iunge einschreibenlassen, ist gefragt, ob selbige das iuramentum prestieren kliönden. DieFrage wird im allgemeinen bejaht, nisi omnino sint pueri, alsdannsollen sy einen mitbringen, iline auf deutsch explicieren.
Man hatte übrigens auch sonst seine liebe Not mit den allzujungen„Studenten“. In einem Bericht über Visitation und Reformation derUniversität 1 vom 23. August 1576 wird davon gesprochen, wie dieHohe Schule, wo sich die Studenten und sonderlichen die, so sich selbsalters halben nit regieren khünden, ungepiirlich und unlleißig hielten,verpflichtet sei, ihnen den unfleiß, unzucht und übelthaten zu ver-weisen und sie streng zu bestrafen. Ferner wird daselbst ausgeführt:Kein bedenken haben die Unterzeichneten / Statthalter, Regenten und Räteder Öberösterreichischen Lande] mit den mandaten, [dass] die kaufleut,cramer, handtwerksleut, wirt, weinschenken und andere den iungenminderjährigen Studenten one vorwissen, willen und bevelli irer eitern,freund, preceptoren und anderer, denen sie bevolhen und vertraut,nichts leihen, porgen oder sonst anliengen sollen.
XII. Anmerkungen zum Text.
Am zeitraubendsten war das Zusammensuchen von Stoff für dieunter dem abgedruckten Matrikeltext stehenden Anmerkungen. Halt esdoch, möglichst das zusammenzutragen, was wir über das Leben der hierImmatrikulierten, namentlich Universitätenbesuch, Studien, Promotionenund wissenschaftliche Betätigung, sowie überhaupt von der späterenLebensstellung wissen. Daß dabei infolge der Unzulänglichkeit derKräfte eines einzelnen nur Unvollständiges und Lückenhaftes gebotenwerden konnte, ist schon im Vorworte bemerkt worden. Ich verweisehier nur noch auf die trefflichen Ausführungen, die (x. Knod in seinemauch von mir viel benützten Buch „Deutsche Studenten in Bologna“in den Anmerkungen 14 und 17 S. xvm u. xxi der Einleitung gemachthat. Dort ist unter anderem auch schon bemerkt, daß bei allgemeinbekannten Namen (wie Reuchlin, Erasmus u. a. in unserer Matrikel)ein kurzer literarischer Hinweis genügt, während bei unbekanntereneher Neues aus noch ungedruckten Quellen geboten werden konnte.
Von diesen ungedruckten Quellen, die für die erläuterndenAnmerkungen — wie auch für die Einleitung — benützt wurden,nenne ich als die hauptsächlichsten folgende.
Für die an der Universität Freiburg selbst gemachten Studienkamen in erster Linie die Matrikel bzw. das Promotionsbuch der
1 Iin Stattlmltereiarcliiv von Innsbruck, Abteilung Ferdinanden, Nr 291 desRepertoriums.