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1 (1907) Einleitung und Text
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11. Vorschriften über Immatrikulation.

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Wenn auch nicht so häufig wie in unserer Zeit, wo es beinahestehender Brauch ist, ein oder mehrere Semester an eine oder dieandere fremde Universität zu gehen und dann wieder zur heimischenHochschule zurückzukehren und sicli von neuem dort immatrikulierenzu lassen, so finden sich doch zweimalige Immatrikulationen * 1 auchim 15., 16. und 1-7. Jahrhundert in nicht geringer Zahl. Oh schonin der frühesten Zeit darüber bestimmte Vorschriften bestanden, istmir nicht bekannt. Jedenfalls aber enthalten die Statuten vom Jahr1581 ein besonderes Kapitel (XXIX) de redeuntibus ad academiam.Dasselbe lautet: Aequum esse iudicavit academicus senatus, ut, quipost suum ah academia discessum annis quinque abessent, in reditunon haberentur academicis privilegiis digni, nisi denuo petant ab rec-tore in album studiosorum referri data fide omnia se facturos, quaein articulis iuramenti olim ah ipsis praestiti continentur, fiunt autemhaec gratis et absque repetito iuramento solenni 2 . Die einmal statt-gefundene Inskription blieb also nach dieser Bestimmung fünf Jahrelang ohne weiteres in Kraft, und erst nach Ablauf dieser Zeit galtsie als erloschen und mußte, unter gewissen Erleichterungen undVeränderungen, ein neuer Eintrag gemacht werden. Durch einen ein-fachen Beschluß des Senats war schon 13 Jahre zuvor, 26. Mai1568 hervorgerufen durch einen Einzelfall, wo ein Jo. Settelin vonRavensburg, Mönch des Klosters Weissenau, 25 Jahre nach seinerInskription wieder zur Universität zurückkehrte und noch als subditusuniversitatis gelten wollte erklärt worden: Quia ali quotiens iamfactum sit, ut studiosi hinc proficiscentes ac alibi multo tempore de-gentes, postquam reversi fuerint, rursus pro universitatis subditishaberi velint, statuit universitas, posthac inscriptos quoscunque studio-sos alio concedentes et quinquennio primum elapso studendi gratia,huc revertentes non prius gavisuros rursum privilegiis, quam si denuoa rectore recipi et reagnosci supplices petierint et impetraverint, data

wurden im 17. Jahrhundert Handwerker n. a. in die Matrikel nicht, mehr auf-genommen, dort galt also civis academicus nur in dem allgemeinen Sinne vonStudent. Vgl. Luschin v. Ebengreuth, Besprechung der Rostocker Matrikel IIIin den Göttinger Gelehrten Anzeigen 1897, Nr 8, S. 659 u. 661.

1 ln Ingolstadt nur bei Dozenten üblich, so z. B. 7. Mai 1494 Conrad Celtes.G. Bauch, Die Anfänge des Humanismus in Ingolstadt. Histor. Bibliothek, Münchenund Leipzig 1901, 58.

2 Ähnlich war es in Leipzig. Gersdorf a. a. 0. 130 berichtet darüber, daßnach altem Herkommen die Inskription fünf Jahre unbedingt in Gültigkeit bliebund dieses Matrikelrecht fortdauerte, auch wenn der Inskribierte vor Ablauf derfünf Jahre die Universität verließ. Erneuerungen der Inskription vor Ablauf derfünf Jahre sind von Gersdorf erst im 17. Jahrhundert bemerkt worden, doch scheintman dies keineswegs streng eingehalten zu haben.