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1 (1907) Einleitung und Text
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Einleitung.

vorgeschriebenen Eid leistete Vorlesungen hat er freilich nie ge-halten, und er hat auch am 6. Oktober jenes Jahres sich zwar an-geboten ad universitatis honorem et utilitatem, aber ausdrücklich sichausbedungen: modo nulla sibi imponatur sarcina. Die Universität wardamit zufrieden, schrieb ihn, wie der Matrikeltext zeigt, in die Ma-trikel ein und zwar schon unterm 5. August, dem Tag, an demer dem Erisgoicus gegenüber seinen Wunsch, sich inskribieren zulassen, geäußert hatte, und freute sich darüber posse etiam olimeundem universitati prodesse apud regem scribendo vel etiam con-sulendo, si negotii arduitas illud deposcat. Gaudet universitas, heißt esdann nochmals, tanto nacto |!] alumno; proinde conclusum, quod domusErasmi recipiatur in numerum domorum privilegiatariuu, et quod ipsedominus Erasinus recipiatur in consiliarium universitatis honorariumet fiduciarium, ut olim universitas sua opera uti possit maiori cumconfidentia. Erasmus stellte auch in Aussicht (Protokoll vom 11. Ok-tober) se fidelem fore universitatis clientelem [?| apud regiam maic-statem et alias apud quoscumque.

Daß von auswärts berufene Lehrer der Universität sich in dieMatrikel derselben also auch nicht Studierens halber eintragenließen bzw. lassen mußten, zeigt manche Stelle des Matrikeltextesselbst schon. Daß es aber tatsächlich gefordert wurde, lehrt derFall Olzignanus. Diesem von Padua seitens der Regierung berufenenitalienischen Juristen, den die Universität alsbald als Eindringlingansah, wurde am 11. November 1562 eröffnet: ut si hic velit agereprofessorem, prius nomen suum et in universitatis et in facultatismatriculam legitime scribi faciat, disputationem publicam in sua pro-fessione habeat, de gradu suo fidem faciat ac se omnino statutis uni-versitatis conformet etc. 1 Auch die zahlreichen seit 1620 vonauswärts berufenen Professoren aus der Gesellschaft Jesu wurden wenn auch nicht ausnahmslos in die Matrikel jeweils ein-getragen 2 .

1 Derselbe ließ sich denn auch am 12. November 15G2 bei der Fakultät, am20. in die allgemeine Matrikel eintragen und hielt am 19. desselben Monats seineerste öffentliche Disputation.

2 Über den Begriff der cives academici im engeren Sinne, wahrscheinlichUniversitätsverwandte, die ihre Studien abgeschlossen hatten, aber aus irgendwelchenGründen noch bei der Universität blieben und mitunter immatrikuliert waren, vgl.meine Bemerkungen in der Zeitschrift der Freiburger Gesellschaft für Geschichts-kunde XXI (1905) 293 u. 295. Der Ausdruck begegnet uns übrigens, soviel ich sehe,erst im 17. Jahrhundert, sachlich dagegen ist schon in den Statuten von 1581 die Redede laicis, qui in album studiosorum non sunt inscripti, und im Singular von einerpersona laica, quae ob famulitium apud academicos privilegiis gaudet. Ganz auf-geklärt scheint mir die Sache noch nicht zu sein, ln Rostock und Wittenberg