XXIV
Einleitung.
In der Zinimerisclien Chronik wird von mehreren Freiherrn vonZimmern und andern 1 gesagt, daß sie zu Freiburg „uf der hoclien schnei“gewesen, ohne daß wir ihrem Namen in der Matrikel begegnen.
Ein Trost liegt darin, daß solche Ungenauigkeiten auch ander-wärts Vorkommen.
Ebensowenig als in Bezug auf Zuverlässigkeit der Einträge über-haupt steht unsere Matrikel vereinzelt da in Bezug auf Vollständigkeitder verschiedenen Einzelangaben bei den betreffenden Namen und aufdie höchst anfechtbare Orthographie. All das sind Dinge, die mehr oderminder in allen damaligen Matrikeln, oder noch mehr in allen damaligenöffentlichen Urkunden überhaupt Vorkommen. So ist das Datum derInskription in manchen Semestern fast gar nicht oder doch höchstmangelhaft angegeben, so daß mitunter kaum noch der Monat mitMühe festgestellt werden kann. Daß dies namentlich in unruhigenZeiten der Fall ist, wird begreiflich sein. Weniger entschuldbar sindschon jene Fälle, wo geradezu unmögliche Daten gegeben sind, wieder 30. Februar 1608 und der 29. Februar 1609 oder der 31. April1650! Das ist doch schon der Höhepunkt der Gedankenlosigkeit undZerfahrenheit. Auch die akademischen Grade sind ab und zu nurlückenhaft beigefügt, doch kommt uns da oft die Matrikel derArtistenfakultät zu Hilfe, welche wie überhaupt, so auch hier sein-erwünschte Ergänzungen und eine Art Kontrolle bietet — worüberweiter unten noch mehr zu sagen sein wird. So ist z. B. bei dembekannten Jakob Sturm, inskribiert 27. Juli 1504, kein akademi-scher Grad beigefügt, und wir erfahren erst aus der Artistenmatrikel,daß er schon als Baccalaureus hierher gekommen ist. — Nach derGründung eines Pädagogium, aus dem sich dann das Gymnasiumacademicum entwickelte 2 , wurden auch die Schüler der oberen Klassendieser Schule in die allgemeine Universitätsmatrikel eingetragen, undseit 1572 bzw. 1595 finden wir deshalb für solche die Bezeichnungensyntaxista, huinanista, rhetor etc. beigefügt, aber leider sind die Ein-träge auch hier nicht folgerichtig gemacht, und die genannten Be-zeichnungen fehlen bei manchen, die nach anderweitigen Belegen sicherzur Zeit ihrer Inskription nur Gymnasiasten waren. Solche Belegebieten uns unter anderem wieder die Senatsprotokolle, wo bei der oder
' So von Job. Wörnliei-, Freiherr v. Z., Ausg. von Barack I 2 , Freibnrg undTübingen 1881, 422; von Gottfrid Christoph v. Z. III 178; von Adrian Dorn-fogel, Pfarrer zu Meßkirch II 298; von Hans Conrad Hettingers Sohn von Rott-■weil II 433.
2 Vgl. meine Mitteilungen aus dem dritten Matrikelbuch der Universität Frei-burg in der Zeitschrift der Gesellschaft für Geschichtskunde in Freiburg XVII(1901) 26-28.