1. Beschreibung der Matrikelbände und Grundsätze für die Textwiedergabe, xxtii
„im namen Johann Rainer ex Uberlingen gewesnen studiosen alhietestamentum inscriptionis begert, welcher aber in matricula universi-tatis nit inscribiert zu finden, derowegen auch universitas ime dis[d. h. das Zeugnis der Inskription] nit mitteilen wellen, welcher stu-diosus aber ietzmalen selbst erscheint und will hochbehalten, das ersich einschreiben habe lassen, ex qua re iam fama spargitur, quasiidem studiosus fidem fefellerit et periurus sit factus pretendatque sefalso in baccalaureum promotum. Decretum: quoniam probabiles ra-tiones examinatus adfert se fuisse inscriptum, permittitur accederefacultatem artium ab eaque petere promotionis testamentum, quoconsecuto [!] contentus esse iubetur“. Prot. sen.
Im Universitätsarchiv IV e finden sich in großer Anzahl Stndien-und Sittenzeugnisse aller vier Fakultäten aus den Jahren 1577 bis1727. Auch hier sind einige ausgestellt auf Studenten, deren Namenwir in unserer Matrikel vergebens suchen. Bald ist dabei der Aus-druck für die Inskriptionszeit nur unbestimmt — wie z. B. die testi-moniales [litcrae] inscriptionis et vitae actae pro m. Hilario Birckmayr,ausgestellt am 29. Juni 1579, nur bezeugen eundem anno dudumelapso septuagesimo minoris numeri ad nostram quadragesimali tem-pore primum appulisse academiam . ■. ., bald ist das Datum ganzgenau angegeben, wie für Ambrosius Mor a Schwarzenberg ausdrück-lich bezeugt wird, daß er 28. März 1612 matriculae universitatisnostrae incorporatus sit.
Nach diesen Belegen aus Akten und Urkunden unseres Uni-versitätsarchivs selbst mögen noch einige aus andern Quellen ge-schöpfte Beweise für die Ungenauigkeit unserer Matrikeleinträge folgen.
In der Tübinger Matrikel sind eine ganze Reihe von Studentenals stud. Frib. oder noch häufiger als bacc. Friburg. oder als promotusFriburgi bezeichnet, die sich weder in unserer allgemeinen Matrikelnoch in der der Artistenfakultät auffinden lassen; namentlich im An-fang des 16. Jahrhunderts häufen sich diese Fälle, ich habe mir derengegen ein Dutzend notiert. Ebensolche Stellen finden sich in derHeidelberger Matrikel, wenn auch, soviel ich sehe, seltener 1 .
Nach dem Taufbuch der Münsterpfarrei Freiburg wurde am 26. Fe-bruar 1582 getauft ein Johannes Geyer, dabei steht die Bemerkung:obiit anno 1608 9. Februarii, studiosus; als ebensolcher ist imTotenbuch dieser Pfarrei der am 9. Oktober 1627 f Kaspar Bremervon Roedlingen bezeichnet; beide sind aber in der Matrikel nicht ein-getragen.
1 Es lassen sich natürlich auch gegenteilige Fälle aufzählen, solche nämlich,wo in unsern Matrikeln Studenten als in Heidelberg oder Tübingen promoviertsich bezeichnet finden, die in den dortigen Matrikeln fehlen.