Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
424
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chigt wird. Und diese befreitet sie immer lieber, in-dem sie den Tilgungsfond, wider seine Bestimmung,dazu anwendet, als dadurch, daß sie neue Auflagenmacht. Eine neue Auflage wird unmittelbar vom Vol-ke , mehr oder weniger gefühlt. Sie verursacht alle-mahl einiges Murren, und findet immer einigen Wi-derstand. Jemehr die Auflagen schon bisher verviel-fältigt, je höher sie bey jedem der Besteuerung nurfähigen Gegenstände getrieben worden sind, desto lau-ter schreyet das Volk über jede neue Auflage; destoschwerer wird es, sowohl neue Gegenstände der Besteue-rung ausfindig zu machen, als die Auflagen bey denschon längst besteuerten zu erhöhen. Hingegenwird eine kurze Unterbrechung der angefangenen Zurück-zahlungen der Schulden vom Volke unmittelbar garnicht gefühlt, und erregt also weder Murren noch Kla-gen. Für augenblickliche Verlegenheiten hat der Fi-nanzmann also kein leichteres und ihm mehr zur Handliegendes Hülfsmittel, als aus dem Tilgungsfondzu borgen. Gerade dann, wenn die öffentlichen Schul-zen sich am meisten angehäuft haben; wenn Maßre-geln, sie zu vermindern, dem Staate am nothwendig-sten sind, und jede Anwendung des Tilgungsfonds auffremde Gegenstände ihm am meisten Schaden lind Ge-fahr bringt: gerade zu dieser Zeit ist es gleichwohlam wenigsten zu hoffen, daß von den Staatsschulden

ein beträchtlicher Theil werde abbezahlt werden; -

gerade dann ist am gewissesten vorauszusehen, daß derTilgungsfond zu Bestreitung aller in Friedenszeiten vor-fallenden außerordentlichen Ausgaben werde angewandkwerden. Wenn eine Nation schon mit Auflagen über-laden ist: so ist nichts, als ein neuer Krieg; nichts,

als