Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
397
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ZS7

der Dinge also, ist Gastsreyheik, aber ohne Luxus,und Freygebigkeit, aber ohne Pracht, der vornehmsteAuswand des Reichen und Großen. Doch dieserAufwand ist, wie ich in dem nehmlichen Buche zu zeigengesucht habe, selten im Stande, die Personen, welche ihnmachen, zu Grunde zu richten. Von den Vergnügungen,welche ein Mensch allein für sich genießt, ist vielleichtkeine so unbedeutend und geringfügig, welche nicht zuwei-len auch vernünftige Leute zu Grunde gerichtet hätte. Ei-ne Leidenschaft für Hahnengefechte, zum Beyspiele, hatschon manchen zum armen Manne gemacht. Aber sichLurch Gasifreyheit, oder Freygebigkeit der oben gedach-ten Art um sein Vermögen zu bringen, ist, glaube ich,ein seltner Fall: so häufig auch der Fall ist, daß diemit dem Luxus verbundene Gasifreyheit, und die Frey-gebigkeit , welche aus der Prachtliebe entsteht, dieseWlttung hervorbringt. Wie wenig, in jenen Zeitender Feudalregieruug, die Reichen über ihre Einkünftezu verthun gewohnt waren, beweiset der Umstand, daßdie Güter lind Herrschaften so lange bey einer Familieblieben. Die Gasifreyheit jener alten Landedelleutemag uns jetzt bäuerisch, und ihre gesellschaftlichen Ver-gnügungen mögen uns wild und ausschweifend vor-kommen; wir mögen glauben, daß bey einer solchenLebensart diejenige Ordnung nicht statt fand, welchewir jetzt als unzertrennlich von einer guten Haushaltungansehen. Aber immer bleibt es wahr, daß sie nüch-terner, sparsamer und wirthschaftlicher, als wir, wa-ren, weil sie selten so viel verthaten, als sie einnahmen.Von ihrer Wolle und ihren rohen Hauten konnten siegemeiniglich einen Theil für baares Geld verkaufen.Und dieses Geld wandten sie zum Theil auf den Ankauf

der