seyn scheinen. Kaufleute, die sich in die gefahrvollenUnternehmungen des Handels einlassen, zittern schon beyden Gedanken, daß sie in jedem Augenblicke sollen auf-gefordert werden können, die wirkliche Beschaffenheit ih-rer Umstände öffentlich bekannt zu machen. Sie sehenvoraus, daß dieß oft ihren Untergang, noch öfter dasMißlingen ihrer Entwürfe unfehlbar nach sich zihen wür-de. Ein genügsames und sparsames Volk hingegen,dem alle solche Projekte fremd sind, fühlt kein Bedürf-niß, seine Vermögensumstände geheim zu halten.
In Holland wurde, kurz nach der letztem Wieder-«rhebung des Oranischen Hauses zur Erbstatthalker-Würde, eine Auflage von zwey vom Hundert, oderder fünfzigste Pfennig, wie es genannt wurde, auf dasganze Vermögen eines jeden Bürgers gelegt. JederBürger schätzte und besteuerte sich selbst, wie in Ham-burg. Und auch dort wurde, wie man allgemeinglaubt, die Auflage mit großer Ehrlichkeit bezahlt.Das holländische Volk hatte damahls noch die größte Zu-neigung zu der neuen Regierung, welche es eben erstdurch einen allgemeinen Aufstand eingesetzt hatte. DieseAuflage sollte nur einmahl für allemahl bezahlt werden,um dem Staate in seinen gegenwärtigen Bedürfnissenzu Hülfe zu kommen, und in der That war sie zu schwer,als daß sie hätte fortdauernd seyn können. In einemLsmde, wo der übliche Zinsfuß nicht drey vom Hun-dert übersteigt, machen zwey Procent vom Kapital soviel als zwey Drittheile des höchsten reinen Ertragesaus, den ein Eigenthum bringen kann. Wenige jeukekönnten eine solche Aufläge bezahlen, ohne ihr Kapitalanzugreifen. Wenn auch in Zeiten einer außerordent-lichen