Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
170
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oder einer Auflage auf Ländereyen, oder in einemfestgesetzten Gehalte. In der ersten Lage werden siewahrscheinlich sich mehr anstrengen, mehr Eifer undgrößere, Fleiß beweisen, als in der letztem. Dieß machtes eben, daß die Lehrer neuer Religionen bey ihren An.griffen gegen die alten Systeme so große Vortheile ha.ben, weil die Lehrer, welche diese vertheidigen sollen,auf ihre Pfründen sich verlassend, gemeiniglich ver-säumt haben, den Glauben und die Andacht des Volks ineiner gewissen Inbrunst zu unterhalten; und dann, weilsie zugleich aus Liebe zur Bequemlichkeit und zum Wohl-leben, alle die Kenntnisse und Geistesübungcn vcrnach»lässiger haben, die zu einem kräftigen Widerstände gegenihre Gegner nothwendig wären. Die Geistlichkeit einerdurch Staatsgesrße gegründeten, und durch ansehnlicheGüter unterstützten Kirche kann vielleicht zu einer Gesell-schaft artiger und gelehrter Männer werden, die alleTugenden von Weltleuten oder die Tugenden, welcheihnen die Achtung der Welkleme zuziehen, besitzen; abersie wird wahrscheinlich nach und nach diejenigen gutenoder bösen Eigenschaften verlieren, die ihr ehedem beyden niedrigen Volköklassen so viel Ansehen und Einflußgaben, und die viellticht ursprünglich der Religion, welchesie predigte, den Eingang in die Staaten verschafften.Eine solche Geistlichkeit, wenn sie von einem Hausenk ühner und beym Volke beliebter, obgleich vielleicht dum-mer und unwissender Schwärmer angegriffen wird, fühltsich eben so vollkommen vertheidigungslos, als die trä-gen, weichlichen und wohl genährten Einwohner dersüdlichen Theile von Asien, als sie von den thätigen, ab-grbäiteken und hungrigen Völkerschaften des Nordensangefallen wurden. Eine solche Geistlichkeit hak bei-der-