durch Enthaltsamkeit und Kasteyungen, durch die Stren-ge und die Demüthigungen des Mönchs, mehr durchdie Thätigkeit und das muthige und geistvolle Betragendes Mannes gewonnen werden. Easüistik und Astecik,unnütze Entscheidung künstlich ausgedachrcr Gewisstns-falle, utld Anweisung zu eben so unnüyen geistlichenAndachtsübungen, machte den größten Theil der scho-lastischen Moral aus. So wurde derjenige Zweig derPhilosophie, der bey weitem der wichtigste unter allenist, der leerste und unnützeste.
Dreß war demnach der Studicnplan auf den mei-sten europäischen Universitäten. Die Logik wurde zu-erst gelehrr; dann folgte die Onkologie. Die Gcister-lehre, welche sowohl die Untersuchung über die mensch-liche Seele, als über die Natur Gottes in sich schloß,nahm die dritte Stelle ein. In der vierten folgte einsehr verdorbenes und gninghalrigcs Moralfystem, dasman als eine unmittelbare Folge der Geisterlehre ansah,besonders chscftru als es anss genaueste mst der Lehrevon der Unsterblichkeit der menschlichen Seele, und dengöttlichen Belohnungen und Strafen in einem künftigenLeben verbunden war. Den Beschluß des ganzen Cur-sus. machte em kurzer und seichter Unterricht in der Na-turlehrc.
Alle diese Veränderungen also, welche die Univer-sitäten in der Methode des philosophischen Studiumshervorbrachten, waren bloß für die Erziehung jungerGeistlichen berechnet, und zielten bloß dahin ab, diePhilosophie zu einer schicklichen Vorbereitung für dieTheologie zu machen. 'Aber gewiß wurde sie durch denstarren Zusatz von Spitzfindigkeit und Sophisterei), von