Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
138
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trat die Philosophie auf, und bemühete sich, aus be-kanntem und dem Menschen naher liegenden Ursachenund Kräften, als die unmittelbare Wirkung der Gott-heit ist, darüber Rechenschaft zu geben. Die Wissen-schaft, welche sich mit der Erklärung dieser großen Na-tur - Erscheinungen beschäftigt, war die erste, welcheman anbauete: weil diese Erscheinungen selbst die er-sten Gegenstände waren, welche die menschliche Wißbe-gierde geweckt hatten. Und die ältesten der Philoso-phen , deren Andenken uns die Geschichte erhalten hat,sind dem zu Folge Physiker gewesen.

In jedem Zeitalter und Lande ist es unausbleiblich,daß ein Mensch auf des andern Charakter, Absichtenund Handlungen Achtung giebt, und daß daraus nachund nach gewisse Regeln und Maximen für die menschli-che Aufführung abgezogen werden, in welchen alle über-einstimmen. Sobald die Schreibekunst erfunden undbey einer Nation eingeführt ist, werden die weisen Leutederselben, oder die, welche sich dafür halten, unfehlbardie Anzahl dieser allgemein angenommenen und verehr-ten Lebenöregeln und Maximen zu vermehren, und ihreeigenen Gedanken über das, was in dem Betragen derMenschen schicklich oder unschicklich ist, bald in derkünstlichern Form von Fabeln, bald in der einfachernvon Sentenzen, dergleichen die Sprüche Salomonö,und die griechischen Gnomologen, so wie einige Werkedes Hesiods enthalten, vorzutragen suchen. Lange Zeithindurch kann die Anzahl dieser Klugheits - und Lebens-regeln immerfort vermehrt werden, ohne daß irgend je-mand daran denkt, sie zu ordnen, sie in Verbindungmit einander zu bringen, oder sie aus gemeinschaftlichen

Pein-