Druckschrift 
3 (1799)
Entstehung
Seite
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anzugreifen. Von diesen Leidenschaften werden die Men-scheu nur selten, und die schlimmsten unter ihnen nur,wenn sie gereich worden sind, beherrscht. Da ihre Be-frie>!g»ng, so angenehm sie für gewisse Charaktere undbey einer gewissen Gemüts sstimmung seyn mag, dochkeinen wirklichen und bleibenden Vortheil gewährt: sowerden die meisten Menschen durch Betrachtungen der ^Klugheit lind der Selbstliebe davon zurückgehalten.Wenn vor den Ungerechtigkeiten, die aus diesen Leiden-schastcn herstammen, die Menschen auch dm ch keine bür-gerliche Obrigkeit beschützt werden: so können sie dochnoch, mit erträglicher Sicherheit, bey einander wohnen.

Aber anders an ihrem Eigenthums anzugreifen,dazu werden die Älen sehen durch Leidenschaften angetrie-ben, die weit ununterbrochener in ihrer Wirksamkeit,und weit ausgebreiteter in ihrem Einflüsse sind: dieReichen durch Habsucht und Ehrgeiz, und die Armendurch Arbeitsscheu und durch Liebe zu Bequemlichkeit undGenuß. Allenthalben, wo viel Eigenthum ist, daistauch große Ungleichheit dieses Eigenthums. Für einensehr reichen Mann muß es wenigstens fünfhundert armeLeute geben: und der Uebersiuß bey Wenigen, setzt im-mer die Dürftigkeit bey der Menge voraus. Dieser Ue-bersluß der Reichen erweckt bey dem Armen Unwillen;und der letztere wird cft durch wirklichen Mangel unddurch Neid zugleich angetrieben, die Besitzungen des er-stern anzulallen. Ohne den Schirm bürgerliche; Obrig-keit könnte der Besitzer eines, durch die Arbeit mehre-rer Jahre, vielleicht mehrerer Geschlechtsfolgen, er-worbenen ansehnlichen Eigenthumes, keine einzige Nachtruhig schlafen. Zu jeder Zeit ist ein solcher Eigenthü-mer