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hielt: so waren alle ihre Nachbarn genöthigt, derenBeyspiele zu folgen. Sie sahen gar bald ein, daß ihreSicherheit durchaus diese Maßregeln erfordre, und daßihre Miliz den Angriffen eines stehenden Heeres nichtwiderstehen könne.
Ost haben die Soldaten einer stehenden Armee, wennsie gleich noch nie einen Feind gesehen hatten, dech, bey ih-rer ersten Erscheinung im Felde, mit dem Muthe altererfahrner Krieger gefochten, und gegen den Angriff sol-cher Truppen ausgehalten, die unter den Waffen graugeworden waren. Ais im Jahr 1756 die russische Ar-mee in die preussischen Staaten einstel: so schienen dierussischen Soldaten den preußischen an Muth nichtsnachzugeben, obgleich diese damahls für die erfahrenstenund zum Kriege gewöhntesten Veteranen von Emopagehalten wurden. Als im Jahre 1739 der Krieg zwi-schen Spanien und England ausbrach, hatte letzteresLand acht und zwanzig Jahrelang im tiefsten Frieden ge-lebt. Gleichwohl war der Muth seiner Soldaten so we-nig durch einen so langen Frieden geschwächt worden,daß er sich vielmehr nie so ausgezeichnet hat, als beydem Angriffe auf Ehartagena, der ersten unglücklichenUnternehmung dieses unglücklichen Krieges. Die Gene-rale können zuweilen in einem langen Frieden die Kunst,ein Heer anzuführen, verlernen: aber die Soldaten einerwohl eingerichteten stehenden Armee behalten immer denMuth, mit welchem sie fechten sollen.
Wenn eine gebildete Nation sich zu ihrer Verthei-digung auf eine Miliz verlaßt: so ist sie beständig derGefahr ausgesetzt, von ljcdem rohern Volke, das inihrer Nachbarschaft wohnt, unterjocht zu werden. Das
Schick-