Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
119
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messen sind, um ein Bild zu zeigen, eine Stellung der Wundnahe, wobei das Bild klein wird, eine Stellung dem Lichte nahe,wobei das Bild vergrößert erscheint; wenn das Licht der Wand sonahe steht, daß Bild und Gegenstand gleich werden, so ist dieGrenze der Annäherung erreicht, und statt der zwei Stellungen desGlases findet nur noch diese eine statt.

Auf die übrigen Umstände, welche sich bei der Erscheinung derBilder darbietcn, brauche ich Sie kaum aufmerksam zu machen.Die Bilder sind sehr glänzend, sehr stark erleuchtet, wenn sie kleinsind, dagegen von mattem Lichte, wenn sie groß sind; offen-bar deswegen, weil die ziemlich gleiche Menge Lichtstrahlen, injenem Falle in einem kleinen Raume vereinigt, diesen Raum sehrlebhaft erleuchtet. Auch andre Gegenstände, zum Beispiel die Häu-ser, die sich in einiger Entfernung befinden, die Fenster des Zim-mers, lasten sich am Tage, wenn die Gegenstände gut erleuchtetsind, so im Bilde darstcllen; und bringt man das Glas an diezum Einlassen eines Lichtstrahles bestimmte Oeffnung im finsternZimmer, so sieht man auf einer gehörig gestellten weißen Tafel allevor dem Glase außerhalb liegenden Gegenstände mit lebhaftem Lichteund mit allen natürlichen Farben. Je weiter diese Gegenständeentfernt sind, desto näher rückt das Bild dem Glase, jedoch so, daßcs selbst im äußersten Falle nicht weiter, als bis zu der Annähe-rung, die man die Brennweite nennt, hcranrückt. Diese Brenn-weite, die Entfernung, in welcher die Sonnenstrahlen sich sam-meln, und mit einem lebhaften Bilde zugleich eine große Erhitzung,ein Brennen, hecvorbringcn, findet man nahe genug, wenn manauch nur von.Gegenständen, die tausend Fuß oder einige tausendFuß entfernt sind, das Bild auffängt.

Diese Brennweite läßt sich sehr leicht theoretisch bestimmen,und wenigstens für einige Fälle kann ich auch hier, ohne über dieGrenzen mathematischer Kenntnisse, die ich hier voraussetzcn darf,hinauszugchcn, diese Brennweite finden lehren. Es sei (b'iF. L5-)ein plan-convcpes Glas auf dessen ebne Fläche die Sonnen-strahlen senkrecht auffallcn, so gehen diese durch die Ebne un-gebrochen ein, weil der senkrechte Strahl keine Brechung erleidet.Dieses findet für alle Strahlen, weil man sie als parallel einfallcndansehen kann, statt. An der zweiten Oberfläche aber werden die