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Fünfzehnte Borlesung.
Widerlegung eines Einwurfs gegen die Undulcitions-t h e o r i e.
Die Undulationsthcorie Hut oft den sehr scheinbaren Vorwurferleiden müssen, daß sic für eines der einfachsten Phänomene, fürdie scharfe Begrenzung des Schattens, keine genügende Erklärunggebe. In allen andern Fallen nämlich, sagte man, wo wir Wellendurch eineOessnung (k'iF. 112.) gehen sehen, bringen sie keines-wegs Wellen, die sich genau durch die Linien ^ I-i, I! I? begrenzen,hervor, sondern über diese durch den Mittelpunkt der Wellen unddie Grenze der Oeffuung gezogenen Linien hinaus erstrecken sich dieWellen; bei den Lichtwellen hingegen scheint die strenge Begren-zung des Schattens ein völliges Aufhören der Lichtwellen an ebenjenen Linien, die hier die Schattengrenze des die Oeffnuug ent-schließenden Körpers bezeichnen, anzudeutcn.
Diese Abweichung von den Gesetzen der Wellen ist indeß nurscheinbar, da eine zwar schwache, aber doch merkliche Licht-Erschei-nung auch über die strengen Grenzen des Schattens hinaus stattfindet, und sich Gründe, warum diese nur schwach und nur wenigüber die Schattengrcnze hinaus, in den Erscheinungen der Beu-gung oder Jnflexion des Lichtes, sichtbar ist, angcbenlassen. Was diesen letzten Umstand betrifft, so ist cs sehr bekannt,daß Wasserwcllen, die von 0 ich'iA. 117.) ausgehend, die Oeffnung
erreichen, dort neue Wellen D ki l' erregen, welche sich von derDeffnung nach allen Seiten verbreiten und nicht so auffallendstärker bei L als bei 1) und K sind; aber cs ist auch bekannt, daßschon bei den Schallwellen, wo allerdings die Fortpflanzung nachv und 1? merklich ist, doch der Schall in L viel lebhafter, in I),k schwacher gehört wird. Diese Erfahrungen deuten darauf hin,daß zwar jede Wellenbewegung die Eigenschaft, sich von der Oeff-nung, als von einem Mittelpunkte, zu verbreiten, behält, daß aberdie Stärke der Erschütterung desto schneller jenseits der Linien /Vkl,L K, abnimmt, je größer die Fortpflanzungsbewegung der Wellen