Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
321
Einzelbild herunterladen
 

321

dieses System liegt, die zu sein, daß auch beim Durchgänge durchdie Luft die Eigenschaft der Wellen, die vermöge jenes zweitenAethecs erlangt ist, fortdauert, und daß sie nun in dem zweitenCcystalle wieder die den dortigen zwei Wellcnsystemcn entsprechendenVeränderungen annimmt. Ich werde bald noch etwas mehr vonden Bemühungen, diesen bleibend ungleichen Zustand beider Licht-strahlen zu erklären, sagen, aber auch dann das Bckenntniß wie-derholen müssen, daß mir hier noch viel Dunkelheit übrig zu bleibenscheint.

Siebzehnte Vorlesung.

Die neulich betrachteten Erscheinungen, welche darauf hinwie-sen, daß der Lichtstrahl bei seinem Durchgänge durch den doppeltbrechenden Crystall eine bleibende Modifikation erhalten habe, undnun nicht mehr an allen Seiten gleich sich darstellc, haben einganzes Jahrhundert lang allein da gestanden, ohne durch andreVersuche mehr aufgeklärt zu werden; aber endlich hat sich eineReihe neuer Phänomene, wobei das Licht eine eben solche Polacisi-rung erleidet, den Beobachtern dargeboten.

Der von einem Spiegel zurückgeworfene Strahl wirdnicht immer von einem, zweiten Spiegel rcflectirt.

Wir sind gewohnt, anzunchmen, daß da, wo ein Lichtstrahlauf eine Spiegelfläche fällt, unbedingt in allen Fällen eine Zurück-werfung eintcetcn müsse; aber wenn dieser Spiegel eine unbelegteGlasplatte oder ein geschliffener Obsidian*) oder ein ähnlicherKörper ist, so leidet diese Behauptung eine regelmäßige und seltsamscheinende Ausnahme, die Malus zuerst entdeckt hat. Manbedient sich zu dem Versuche am besten in Ermangelung des Obst-

) Ein dunkles glasartiges Mineral.

II.