Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

98

kömmt, zeigt, daß die Puncte, die das Auge O,um die Mitte sehensoll, am weitesten hinaus gerückt werden; daher denn bei einemabgebildeien Gesichte, dessen Mund grade die Mitte des Spiegel-bildes ausmachcn soll, die Seltsamkeit eintritt, daß die Lippenrund um den Rand des Zerrbildes laufen, wahrend in der Gegend1' zum Beispiel die Stirn, in der Gegend II Kinn und Hals liegen.

Nützliche Anwendungen dieser Spiegel möchten sich wohl kaumerdenken lassen.

Sechste Vorlesung.

Die Behauptung, m. h. H., das Licht gehe nach gradcn Linienfort, scheint uns eine so wohl begründete zu sein, daß wir bei allenGegenständen, die wir sehen, vorausgesetzt, daß sic uns nicht imSpiegel erscheinen, kaum einen Zweifel hegen, ob sie anderswo,als in der Richtung liegen, welche der zu unserm Auge gelangendeLichtstrahl uns angiebt. Und gleichwohl leidet jene Behauptungnoch viele Ausnahmen, die uns oft genug kenntlich werden und zuunzähligen Täuschungen oder unrichtigen Schlüssen Anlaß geben.Die Brechung der Lichtstrahlen ist eine der vorzüglichsten Ursachendieser Abweichung des Lichtstrahles von der gradcn Richtung.

Brechung der Lichtstrahlen.

Wenn ich (kiA. 47.) auf dem Boden des Gefäßes A v 6 Leinen Punct 12 bezeichne, und nun mein Auge in O so stelle, daßich diesen Punct grade noch an dem Rande U vorbei sehe, so ist,wenn das Gefäß leer, das heißt bloß mit Luft gefüllt, ist, keinZweifel, daß die von 12 über L nach meinem Auge O gezogne Linieeine grade Linie sein muß. Wir sagen hier mit vollem Rechte,der von 12 ausgehende, zum Auge O gelangende Lichtstrahl kömmt,weil er immer in einerlei Körper, in der Lust, soctgeht, in graderLinie zum Auge, und da wir ihn, als unmittelbar an k vorbeigehend erkennen, so ist Lö O grade. Aber wenn wir nun Wasser