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Zwölfte Vorlesung.
Die große Reihe von Erscheinungen, m. h. H-, womit ichSie bisher unterhalten habe, gewährt uns eine schon sehr umfas-sende Kenntniß von den Gesetzen, nach welchen das Licht seine Wir-kungen äußert; und obgleich noch sehr merkwürdige Erscheinungenübrig sind, so ist es doch wohl angemessen, hier einmal still zustehen, und die Versuche, die man gemacht hat, um die bisherbetrachteten Phänomene aus einer über die Natur des Lichtes an-genommenen Hypothese zu erklären, einer genauem Prüfung zuunterwerfen.
Zwei Hypothesen sind cs vorzüglich, die man zu diesem Zweckeausgestellt hat, die Emissionstheorie und die Undula-ti onsthe o rie. Die erstcre ist vorzüglich von Newton ausge-bildet und in der neuesten Zeit von Biot und dem jüngern Her-schel so weit, als cs für jetzt möglich scheint, auf alle Erscheinun-gen angewandt worden. Die zweite ist vonHuyghens schon mitvielem Scharfsinn durchgeführt, von Euler vertheidigt und inneuern Zeiten aus Gründen, die später Vorkommen, von Voung,Poisson, Fresnel, Fraunh ofer weiter ausgebildet worden.Ich werde heute nur von jener reden.
Die Emissionstheorie.
Der Hauptgedanke in der Emissionstheocie ist der allerdingsam natürlichsten scheinende, daß die Lichtmaterie, die wir uns alsaus kleinen Körperthcilchcn bestehend denken, von den selbstleuch-tcnden Körpern ausgehe, daß diese Lichttheilchen durch eine unbe-kannte Kraft fortgetricbcn in graben Linien den Weltraum durcheeilen, und unser Auge treffend uns die Empfindung des Lichtesgewähren. Daß wir die Ursache der so großen, fast unermeßlichenGeschwindigkeit des Lichtes nicht kennen, ist gegen diese Ansicht keinerheblicher Einwurf, da uns über die ersten Ursachen auch andrerErscheinungen gleiche Dunkelheiten übrig bleiben. Aber bedeutender