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2 (1831)
Entstehung
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Elfte Vorlesung.

Zu den bisher mitgctheilten Betrachtungen über die Farbenhabe ich heute noch die Erklärung der Erscheinungen beizufügen,die sich uns bei den Farben der natürlichen Körper darbietcn, unddie Erscheinungen, die unser Auge in gewissen Fallen da wahr-nimmt, wo diese Farbe nicht objectiv vorhanden ist.

Farben der undurchsichtigen Körper.

Daß die Entstehung der Farben ohne die ungleichen Farben-strahlen des auffallenden Lichtes nicht statt finden könne, das gehtwohl schon aus den vorigen Betrachtungen hervor. Der rothe Körpererscheint roth, weil er die rothen Lichtstrahlen zurückwirft, wenigvermischt mit andern Farbenstrahlen, der weiße Körper erscheintweiß, weil er alle Lichtstrahlen in ziemlich gleichem Maaße zurück-wirst; und wenn gleich die cigenthümlichc Beschaffenheit des einenKörpers ihn fähig macht, die rothen Lichtstrahlen zurück zu geben,während ein andrer für die zerstreute Reflexion der blauen, einandrer für die zerstreute Reflexion aller Strahlen geeignet ist, somuß es doch in der Beleuchtung rothe Strahlen geben, wenn derKörper, den wir roth zu sehen gewohnt sind, roth erscheinen soll.Diese Behauptung zeigt sich schon in gewöhnlichen Erfahrungenbestätigt, indem weißes Papier dem rothen Lichte glühender Kohlenausgesetzt roth erscheint u. s. w.; aber cs lassen sich noch auffallen-dere Versuche anstellen, die dies noch mehr beweisen.

Wir haben schon so oft von dem prismatischen Sonnenbildegeredet, das auf einer weißen Tafel aufgcfangen das Roth, dasGrün, das Blau, auf eben der Tafel, die wir weiß zu sehen ge-wohnt sind, darstellt; dies läßt sich offenbar in keine andre Erklä-rung fassen, als in die, daß die Fläche, die als weiß im Sonnenlichtealler Strahlen fast genau gleich gut zurückgiebt, uns da, wo nurrothe Strahlen auf sic fallen, auch nur rothe Strahlen zurückgebenkann, und so für alle Farben. Selbst die im vollen Sonnenlichteblau erscheinende Fläche zeigt sich uns roth, aber mit weniger