Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
99
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cingießen und das Gefäß bis an 6ll füllen, während das Augeunverrückt in 0 bleibt, so scheint kl über den Rand hervorzusteigenund ein Punct IZ der vorher vom Rande bedeckt war, wird sicht-bar. Sucht man den Punct in auf, wo der von kl zum Auge ge-langende Strahl aus dem Wasser hervordcingt, so findet man ihnnicht mehr mit kl und O in gradcr Linie; aber ein Gegenstand,(die Spitze eines Eirkels zum Beispiel,) der die grade Linie in Overfolgt, verdeckt dem Auge den Punct kl, und eben das geschieht,wenn dieser Gegenstand die grade Linie m kl verfolgt, so daß wirmit Sicherheit schließen können, der zum Auge gelangende Licht-strahl setze von kl bis m, so lange er im Wasser bleibt, seinen Wegin grader Richtung fort, beim Hervortretcn aus dem Wasseradergehe er in die veränderte Richtung in O über. Und diese Acnderungder Richtung ist es, was wir Brechung des Lichtstrahles, Re-fraction, nennen.

Diese Brechung findet immer statt, wenn der Lichtstrahl auseinem durchsichtigen Körper in einen andern in einer schiefen Rich-tung gegen die Trcnnungsfläche übergeht, oder wenigstens gicbt esnur wenige Körper, die ein so genau gleiches Vcrhältniß gegen dasLicht zeigen, daß der aus dem einen derselben austretcndc undohne Zwischenraum in den andern übergehende Strahl gänzlich un-gebrochen bliebe. Ein senkrecht aus die Oberfläche fallender Licht-strahl behält dagegen seine Richtung auch in dem andern Körper,in welchen er eindringt. Die Brechung findet so statt, daß derLichtstrahl, wenn er in einen dichteren Körper übergeht, tiefer ein-dringt, als es seiner vorigen Richtung angemessen ist, statt daßbeim Eindringen in einen minder dichten Körper der Strahl einegeringere Neigung gegen die Oberfläche annimmt, als der gradeFortgang des Strahles es fordern würde. Doch diese Bestimmun-gen sind zu oberflächlich, und müssen um so mehr in strengerenAusdrücken angegeben werden, da sie einem sosehr bestimmten Ge-setze unterworfen sind.

Bestimmung der Gesetze der Brechung.

Um diese Gesetze genau anzugcben, denken wir uns in demPunctc (I'ig. 48.) A, wo der Lichtstrahl KA die Trennungsflächcder beiden durchsichtigen Körper erreicht, die Senkrechte gegen

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