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Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
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Beurteilung der Riedelschen Stammtafel der Hohenzolleru, ZZg

kards I. und Vater von Friedrich I. in der zweiten Hälfte des 11. Jahrh.gedachte Grafschaft unter sich gehabt haben. Für diese Zeit nennt aber keinezuverlässige Quelle einen Grafen des Scherragau's namens Burkard, dagegeneinen, der Rudolf hieß, welcher aber dem Zollerschen Geschlechte nicht ange-hört und das fragliche Grafenamt nur in stellvertretender Weise für das HausZollern, speziell den obgenannten Grafen Friedrich I., so lange dieser minder-jährig gewesen, bekleidet hat <s. oben S. 18l>). Neben dem urkundlich ver-bürgten Scherragaugrafen Rudolf der zweiten Hälfte des 1l. Jahrh. unddem Zollergrafen Friedrich I., für welchen jener sein Amt zeitweife ver-waltet hat, und der am Schluß des angegebenen Jahrh. als Graf (»eornss«)urkundlich vorkommt*), muß Riedels Graf Burkard II. von Zollern alsohne Berechtigung zwischen Burkard I. (s- 1061) und Graf Friedrich I., denersten Schirmvogt v. Alp., eingeschoben, verworfen werden. Höchst auffallendist auch, daß R. den in der Stiftungs-Urkunde von 1l)98 als Zeugen aufge-führten eornos ?riäsrious als v. Z. anzweifelt.

Für's Andere müssen gegen die Riedel'sche Stammtafel folgende wichtigeEinreden geltend gemacht werden. S. dagegen unten S. 234.

Urkundlich beglaubigt sind folgende Bruderpaare des Hauses Zollern:erstens ein Friedrich, zweiter Schirmvogt von Alpirsbach, und ein Eginoaus der Zeit von K.Lothar (von 1123—38); deren Vater war nach der zwi-schen 1123—27 abgefaßten Urkunde (s. Non. Aoll. I. Nr. 12) Friedrich»senior«, der gleichfalls Schirmvogt von Alpirsbach gewesen. Dieses Bruder-paar hat die Riedelsche Stammtafel aber nicht, denn zwei Brüder der obigenNamen werden in derselben als Söhne beigelegt, entweder Burkard II., welcherin der zweiten Hälfte des 11. Jahrh. gelebt, wobei R. den Friedrich diesesseines Bruderpaars zum ersten (älteren) Alpirsbacher Schirmvogt diesesNamens macht, oder einem Friedrich II.; in dem Friedrich (IV) dieses Brn-derpaars erkennt aber Riedel den ersten Burggrafen zollerischen Geblüts, alsoein viel späteres Glied, und dessen angeblicher Bruder Egino ist als dervierte dieses Namens aufgeführt, würde also, wenn es damit seine Richtigkeithätte, auch einer viel späteren Zeit als der des K. Lothar angehört haben.

Ferner sind vom zollerischen Hause urkundlich als Brüder nachweisbarein Friedrich und ein Burk ard zu 1142 (N. Z. I. Nr. 21), jener derältere**), ferner ein Burkard und ein Friedrich zu 1179, 1183, 1183,U. 6. I. Nr. 30, 34, 36; bei jenem Bruderpaar ist Fr., bei diesem B. der

*) Daß derselbe nicht früher genannt wird, nicht eine Urkunde auf unsgekommen oder bis daher bekannt geworden, die seiner erwähnt, ist zufällig.So gut Graf Adelbert von Hai gerloch, Geschwisterkind von Friedrich,schon 1080 als volljährig angenommen werden muß*), kann es Friedrich auchgewesen sein.

**) Siehe auch in unseren Nachträgen zu 1143.

*) Siehe unseren ersten Nachtrag.