Druckschrift 
Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

151

verständlich geraume Zeit vor 1098 geschehen, da er mit Hinter-lassung einer sehr zahlreichen Familie zwischen 1114 und 1125 ge-storben.

Von Friedrichs I. amtlicher Thätigkeit als Graf ist nur diefür die älteste Geschichte seines Hauses interessante Notiz überliefert,daß er bald nach dem Jahr 1113 bei dem Dorfe Ofterdingeneinen der jährlich üblichen Gerichtstage abgehalten. Wenn manhinzu nimmt, daß gedachter Ort noch in viel späterer Zeit einHochgericht seinen Galgen) hatte und sich auf der dortigenMarkung ein Platz, genannt zu den 7 Linden, erhalten hat, aufwelchem höchst wahrscheinlich das öffentliche Gaugericht abgehaltenworden, so erscheint es unzweifelhaft, daß Osterdingen, welchessicherlich zu dem Untergau Hattinhuntare gehörte , in alten Zeiteneine oder die Malstätte desselben gewesen. Unser ZollergrafFriedrich I. hat also als Graf auch über die Hattinhuntare,das Gebiet der Steinlach geboten, welches in der That noch imAnfang des 15. Jahrh. zur Grafschaft Zollern im engeren Sinnegehörte. Die für uns wichtige Notiz von dem Gerichtstag, welchener bei Ofterdingen abgehalten, verdanken wir einem Vorgang, beiwelchem derselbe persönlich beteiligt war. Im Jahr 1085 hattenämlich Manegolt ein ritterlicher Mann, der in Leinstetten (K.W.O.A. Sulz) saß, sein Besitztum bei Grafenau (abgegangen beiSchwarzenberg K.W. O.A. Freudenstadt) mit dem „Swarcenberc"an das Kloster Reichenbach im Mnrgthale geschenkt. Diese Schen-kung focht in nicht bekannter Zeit unser Graf Friedrich I. an, in-dem er oberherrliche Rechte an die fraglichen dem Kloster vergab-ten Besitzungen beanspruchte. Nachdem allem nach über dein Streitzwischen beiden Teilen eine Reihe von Jahren hingegangen war,ohne daß Friedrich seine Ansprüche hatte fallen lassen, wandte sichdas Kloster, frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 1113, anseine» Schirmvogt, den berühmten Grafen Gottfried vonCalw, welchem zwischen dem 20 März und 6 April des ange-gebenen Jahres das einflußreiche und ehrenvolle Amt eines Pfalz-grafen bei Rhein übertragen worden, mit der Bitte, ihm gegenüberdem Zoller-Grafen zu seinem Recht verhelfen zu wollen. Und Gott-fried entsprach der Bitte. Er erschien mit einem Bruder Manegoldsauf einem der Gerichtstage, welche Friedrich bei Ofterdingen