gegenwärtigen Zustand können wir nicht länger ertragen". Da-rauf ging von Seiten des Kaisers und der Fürsten an den Papsteine gemeinschaftliche Friedensgesandtschaft ab, welche demselbendie Versicherung gab, der Kaiser wünsche aufrichtig die Herstellungder Eintracht zwischen Kirche und Reich, wofern dieselbe ohneSchaden für die kaiserliche Gewalt und Einbuße für das Reichhergestellt werden könne. Hierauf gab Calixtus seine Friedens-absichten unumwunden zu erkennen, zeigte sich zwar nicht bereitüber die Alpen zu gehen, sandte dagegen den Bischof Lambertvon Ostia und zwei Kardinäle mit ausgedehnten Vollmachten ver-sehen in Begleitung der Gesandten des Kaisers nach Deutschland,zugleich auch ein Schreiben an Erzbischos Adelbert von Mainz,worin er u. a. sagte, er wünsche nichts sehnlicher, als daß zu seinenZeiten Frieden und Eintracht wieder in die Welt einkehren möchten,wenn der Kaiser wirklich einen Frieden annehmen wolle, bei wel-chem die Ehre Gottes und der Kirche nicht in den Schatten gestelltwürde. Und dieses Schreiben war an die richtige Adresse gerichtet,denn als die päpstlichen Gesandten nach Deutschland kamen, warman unter Führung Adelberts gerade mit kriegerischen Vorberei-tungen beschäftigt, um den Wirzburger Bischofsstreit nötigenfallsmit Waffengewalt für den kaiserlichen Gegen-Kandidaten zur Ent-scheidung zu bringen. Auf das päpstliche Schreiben aber beriefenAdelbert und sein Anhang, zu dem nebst den sächsischen Fürstendieses Mal auch die beiden hohenstaufischen Brüder gehörten, eineReichsversammlung auf den 1. August 1122 nach Wirzburg, ummit dem Kaiser und den päpstlichen Legaten über die Investiturzu verhandeln. Im Juli des angegebenen Jahres befand sichHeinrich im Elsaß u. a. in Straßburg, wo er ohne Zweifel aufVerwendung unseres Bruno, der noch immer sein Kanzler war,zu Gunsten des dortigen Domstifts handelte Siehe auch oben.
Die Reichsversammlung in Wirzburg kam aber nicht zustande,da der Kaiser sich weigerte auf derselben zu erscheinen, angeblichweil ihn Geschäfte am Rhein festhielten, sicherlich aber deshalb, weiler mit der Berufung und dem Ort nicht einverstanden war. Dagegenschrieb der päpstliche Legat, als Adelbert und sein Kollege Friedrichvon Köln trotz der Mahnungen des Papstes zum Frieden allen Ernstesabermals zum Kriege gegen den Kaiser rüsteten, zu Beilegung des