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Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
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sondern den damals in Aufnahme gekommenen Orden der AugustinerCh orherren. Dieser bildete eine Genossenschaft, deren Mitglieder untereinem Vorstande, Propst oder Abt genannt, standen, ohne dessen Erlaub-nis sie die Kongregation nicht verlassen durften, ihrer Regel gemäßsich zu gemeinsamem Leben in Wohnung, Schlaf- und Speisesaal, zuVerzicht auf Eigentum, frommem keuschem Leben, Gehorsam ec. ver-pflichteten und in sofern stark an das Mönchtum erinnern; da sieordnungsmäßig aber auch Kirchendienste zu versehen hatten, Messenlesen und an den Horagesängen im Chor der Kirche teilnehmenmußten und dafür Pfründen genossen, so waren sie zugleich zueiner Kirche gehörige Kleriker, Kanoniker, keine Mönche^). Brunoscheint eine klerikale Anstalt vorgeschwebt zu sein, welche im kleinenan sein großes Domkapitel erinnerte, eine Art von Kollegiat-Kapitelwar (s. oben). Auch gründete er solche zu Ehren der hl. Jung-frau ^), daher der Name oslia s. Uarias (Marien-Zell), worausder Volksmund Märjen-Zell machte, woraus später St. Märgenwurde. Und Papst Honorius II. nahm 1125 keinen Anstand, diewenigstens mönchähnliche Genossenschaft nach dem Wunsche desStifters in seinen und des römischen Stuhls besonderen Schutz zunehmen und deren Ordensregel zu bestätigen^, worauf wir untennoch näher eingehen werden. Daß Bruno die von ihm gegründeteAnstalt gerade für den Augustiner-Chorherren Orden bestimmte,dazu mag er auch durch seine guten Beziehungen zu den BischöfenUlrich von Konstanz und Richwin von Toul veranlaßt wordensein, welche beide auch auf Seite K. Heinrichs V. Seite standenund von denen jener dem gedachten Orden selbst angehörte, wäh-rend letzterer seinem Freunde eine Anzahl Chorherren aus Loth-ringen zur Besetzung der neuen Anstalt sandte^). B ad er a. a. O.unterschiebt der Stiftung von St. Märgen durch unfern Bruno

5) Die Urkunde von 1121 bei Schöpflin (Inst. AnrinA. Lack. V. S. 61), aufwelche wir unten zurückkommen werden, nennt die St. Petriner wonuodos,die St. Märger oavonioos. Und der Vorsteher des letzteren (Neugart,ooä. ckixl. ^Isrv. II. S. 49) spricht von »nostri oräivis st seolesiastiei ok-Loii cksditnrn.«

*5) Siehe das beigefügte Konvent-Siegel von St. Märgen.

555) Laut Schreiben des Bischofs Ulrich von Constanz an den » primieo-ring« (einen der ersten Würdenträger der Metzer Kathedrale) v. 1120 Neugartpoä. ckixl. ^.Ism. II. S. 30.