Druckschrift 
Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

94

Straßburger Dompropst und deutschen Reichskanzlerdes K. Heinrich V.

Hat man auf der Wanderung durch das enge, wild roman-tische „Höllenthal" nach Freiburg das „Himmelreich", wo das Thalsich erbreitet und die Landschaft anfängt reizend zu werden, hintersich, so sieht man von rechts mehrere kleine Seitenthäler heranziehen, welche bis zu einer bedeutenden Höhe nordostwärts auf-steigen. In der Nähe der Anfänge von zweien derselben (desEschbach und Freudenbach- auch Wagensteigbach-Thals) liegen etwanur eine Stunde von einander entfernt heute die Ortschaften St.Märgen und St. Peter, beide nach Schwärzwälder Wohnartzerstreute Berggemeinden bildend, in einer Höhe von 890 bezieh-ungsweise 722 Meter über dem Meere. Am Schluß des 11. Jahrh.war die Gegend ringsum teils menschenleere waldige Wildnis teilskahle Heide, ist noch heute rauh und das Erdreich sehr mager;nur um den Zusammenfluß der beiden Bergwasser, welche die er-wähnten Seitenthäler bilden und nach ihrer Vereinigung den Na-men Treis am haben, war die Landschaft schon im 8. Jahrh.teilweise bewohnt und angebaut (s. S. 55). Dieselbe ist uns be-reits bekannt, denn dort saßAdelbert von Zollern, Bruno'sBruder, zeitweise auf seiner Burg Wieseneck (s. S. 54), und beideBrüder teilten sich mit ihren zähringischen Stammesvettern in denBesitz der Umgegend.

Im Jahr 1091 verlegte unter warmer Teilnahme seinesBr uders Gebhard, Bischofs von Konstanz, Herzog Bertold II.von Zäh ringen das Kloster zu St. Peter, welches seingleichnamiger Vater 1078) in Weil he im bei Kirchheimunter Teck, inmitten der im Neckargau gelegenen Besitzungenseines Hauses (s. S. 222 des ersten Teils) gestiftet, an die Stelledes bereits erwähnten darnach benannten Orts, der nur wenigeStunden entfernt ist von der weitaus schauenden Anhöhe, welchein der obgenanten Zeit bereits die Burg trug, die dem HauseZähringen seinen Namen gegeben, von der aber nach ihrer

zweiten Band des Freiburger Diöcesan-Archivs S. 212 ff. die Schicksale derehmaligen Abtei St. Märgen von Josef Bader, der aber, wie bereits bemerkt,Bruno nicht als Sprosse des Grasenhauses Zollern erkennt.