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masse damals sehr groß war. Der Dompropst hatte selbständigauch über mehrere Lehen des Domstifts zu verfügen. Speziellund vornehmlich ist hier anzuführen das ansehnliche Gut Herz-n ach im Frickthale bei Basel mit einem Herrenhof (ourtis äomivioa),in dessen Besitz das Stift 1091 kam, daher unser Bruno auchLehensherr davon war. Dazu gehörten zwei bevorzugte Mannen,welche dasselbe zu Lehen trugen, sowie Leibeigene und Felder,lind den jeweiligen Lehensinhabern des Guts war die Verpflichtungauferlegt, den Domherren alljährlich 25 Straßburger Schillingezu geben, den Dompropst aber, wenn dieser zwei Mal im Jahrden Herrenhof besuche, mit zwanzig Pferden über Nacht zu be-herbergen und zu verköstigen; endlich mußten die Nachfolger imLehen demselben fünf Schillinge bezahlen*). Hieraus sowie ins-besondere aus einer Urkunde zu 1122**) geht hervor, daß das Dom-stift bezw. dessen Vorstand eine ansehnliche Zahl Dienstmannenhatte, welche nach Umständen bei einem öffentlichen Auftreten des-selben z. B. auf Reisen dessen Gefolge bildeten.
Der uns zur Verfügung stehende Raum erlaubt nicht, aufdie Besitzungen und Einkünfte des StraßburgerDomstifts zur Zeit unseres Bruno etwas näher einzugehen, dochmögen hierüber folgende allgemeine Bemerkungen und Notizen ***)Platz finden. Schon durch das wenige gewinnt man aber einen Einblickin das Wirtschaftswesen dieser mittelalterlichen geistlichen Genossen-schaft, an deren Spitze Bruno, ein Ahn der Hohenzollern gestanden.
Zieht man in Betracht, daß das Straßburger Domstift schonin der ersten Hälfte des 11. Jahrh. 24 adelige (gräfliche) Mit-glieder zählte und bedenkt, daß diese, zumal der Propst und dieübrigen mit Aemtern Betrauten, unter denselben (der Dekan w.)soweit es ihr geistlicher Stand gestattete, allem nach gleich vor-nehmen weltlichen Herren gelebt und hiernach Ansprüche an das
*) Straßburger Urkundenbuch zu 1097 S. Sl) f.
Auf diese werden unten in der Biographie Bruno's als Kanzler KaiserHeinrichs V. zurückkommen.
***) Denselben liegen folgende Quellenschriften zu Grunde: Srniulickiorxisoss gustiLeativss cis l'distoirs ci'4Iss,es I. II. 1787. Würdtwein novasudsickiu äixlomutiou l736 namentlich Bd. V. VI. Das Urkundenbuch der StadtStraßburg 1879.