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Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
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ganz in derselben Weise ausgeführt, stellen jedenfalls auch heiligePersonen vor, von denen man bei der von jugendlicher Gestaltwohl an Johannes den Evangelisten denken darf. Hieraus sowiedem Umstände, daß nach ganz sicheren Andeutungen jede derbeiden Figuren ursprünglich noch eine zur Seite hatte, darf manschließen, daß sich ehedem in der Burgkapelle eine viel größerePlatte mit den Bildern der vier Evangelisten befand, wiewohl derenSymbole fehlen. Wenn aber dieselbe urkundlich dem ErzengelMichael und den HI. drei Königen geweiht war, so erweist sich diePlatte mit deren Bildern als die Dedikations-Tafel der Kapelle.Fachmänner halten das in Vorstehendem beschriebene und offenbarvon einem Meister herrührende Bildwerk nach Haltung derFiguren, Anordnung der Haare, dem Schnitt und Faltenwurf derGewänder für eine Arbeit aus dem 11. Jahrh.^).

Die jetzige immer noch dem hl. Michael geweihte katholischeSchloßkapelle, welche die obigen drei uralten Steindenkmale zieren,steht in der Hauptsache ohne Zweifel noch immer auf demselbenPlatze, den in den ältesten Zeiten die St. Michaelskirche einge-nommen. Es befindet sich nämlich unter dem Chor der ersterennoch heute eine meist in Felsen gesprengte, mit kreisförmigemTonnengewölbe versehene Gruft, zu der eine schmale gewundeneTreppe führt, ein Bauwesen, das aber offenbar erst entstanden,als die uralte Michaelskirche auf dem Berge als Kapelle der dortneu erbauten Burg eingefügt worden. Dasselbe ist nämlich ohne

*) Auf jeder der beiden Platten fehlt eine Randeinfassung, statt diesersieht man hier deutliche Neste von Gewandung.

Vergl. des Gr. v. Stillfried Beschreibung und Geschichte der BurgHohenzollern. Nürnbg. 1870 S. 16. I)r. Fr. Kugler spricht sich in s. Hand-buch der Kunstgeschichte Stuttg. 1848. S. S14 darüber also aus: „Was sich andeutscher Steinskulptur mit einiger Zuverlässigkeit dem 11. Jahrh. zuschreibenläßt, trägt entschieden ein Gepräge primitiver Strenge, so z. B. die großen Re-liefplatten mit deni Erzengel Michael und mit einzelnen Heiligen an der Michaels-Kapelle auf Hohenzollern, welche streng und starr, auch mit einzelnen, seltsamkonventionellen Eigentümlichkeiten, dabei aber nicht gänzlich ohne eine gewisseErhebung des Sinnes gearbeitet sind". Eins Abbildung davon findet sich inder 3. Lieferung der „durch v. Stillfried herausgegebenen Altertümer undKunstdenkmale" des erl. Hauses Hohenzollern auch in dessen oben erwähnterkl. Schrift.