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2 (1861) Markgraf Friedrich, erster Kurfürst von Brandenburg aus dem burggräflichen Hause Zollern
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Selbst mit einer Französischen Prinzessin vermählt, befreun-dete er sich, bei seinem langen Aufenthalt in Paris, nichtnur den fremden Sitten, auf die er sich viel zu gut that,sondern auch allen Ränken und allem Sittenverderbniß desFranzösischen Hofes. Er war dabei eigensinnig, habsüchtig,jähzornig, rachsüchtig und gransam, ohne daß diese Charac-terzüge, die ihn zu einen? natürlichen Gegner Friedrichsmachten, durch tiefere Bildung gemildert wurden.

Schon am 8. Juli 1415 hatte Markgraf Friedrich zuConstanz mit dem Kurfürsten Ludwig von der Pfalz und?nit den Baierischen Herzögen Ernst, Wilhelm und Hein-rich sich verbinden müssen, zu gemeinschaftlichem Beistandegegen die Eingriffe, die Herzog Ludwig in ihre Herrschaf-ten und Rechte zu machen drohte. Doch blieb der Mark-graf gleichwohl init dem Herzoge äußerlich noch in gutemVernehmen und übte er sogar auf die Entschlüsse dessel-ben bisweilen einigen Einfluß. Es war z. B. FriedrichsVermittelung, welche den Herzog bewog, dem Könige Sieg-mund zu Constanz ein Darlehn zu inachen, freilich abernicht, ohne daß Friedrich sich an? 10. Juli 1415 den? Her-zoge als Bürge mit verschreiben mußte für die 23,000Gulden, welche der König sich hiernach bekannte, theils ausdiesem Darlehn, theils wegen rückständigen Jahrgehaltes,dem Herzog Ludwig schuldig zu sein.

Nach der Rückkehr des Markgrafen zu dein Constan-zer Concil, da er in den meisten Gerichtssitzungen an desKönigs Stelle den Vorsitz führte, fügte es sich jedoch, daßHerzog Ludwig in vielen, dort gegen ihn angebrachten Klag-sachen unterlag. Auch in einer Streitigkeit mit dem Bi-