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Ohr abschnitt. Cuneke wurde gefangen, verwundet und in Ketten gelegt. Hierdurch aber hatten die An-clamer sich an den Herzogen selbst vergangen, denn Cuneke von Schwerin war der Herzoge „Mann".Vermuthlich auf deren Einschreiten ward er alsbald wieder in Freiheit gesetzt, noch ehe die Stammes-genossen zu seiner Befreiung zum Schwert gegriffen hatten. Am 20. Octb. 1397 '> liessen die Herzoge Swan-tibor und Bogislaw von Pommern der Stadt Anclam wegen ihres Verfahrens mit Cuneke von SchwerinVerzeihung angedeihen.
Ebenso beschränkte sich der Zwist von 1417 auf einen Schwerin derselben Linie, Heinrich (Taf. VII.46), welcher aus nicht erkennbarem Anlass von den Anclamern gefangen genommen und eingekerkert wurde.Auch in diesem Falle wäre es sicher wieder zwischen den streitbaren Söhnen des Hauses Spantekow undden Bürgern der Stadt Anclam zu den erbittertsten Kämpfen gekommen, hätte nicht Herzog Casimir vonPommern sich ins Mittel gelegt, die Freilassung Heinrichs herbeigeführt und zugleich es dahin gebracht,dass sowohl Heinrich selbst, als auch sein Vater Dietrich und seine Brüder Ulrich und Werner vonSchwerin (Taf. VH. 28, 45 und 47), welche ja die nächsten dazu waren, an Anclam Vergeltung zu üben,am 13. Novb. 1417 2 > den Einwohnern der Stadt gelobten, sie wegen der Gefangenhaltung Heinrichs niemalsbefehden zu wollen.
Noch eine dritte Fehde eines Einzelnen von Schwerin mit der Stadt Anclam wird uns aus demJahre 1457 bekannt. Henning von Schwerin (Taf. VII. 43) mit dem Beinamen Steinkopf, wiederum einSpantekower Schwerin, begann Feindseligkeiten mit der Stadt Anclam, vergriff sich an deren Bürgernund Bauern und schädigte sie an ihrem Eigenthum. Die Folge war auch hier, dass Henning gefangen,gebunden und in den Stadtthurm gelegt wurde und seine Freiheit erst wieder erhielt, nachdem er am11. Novb. 1457 3 > unter Bürgschaft zahlreicher Freunde und Vettern (auch von der Altwigshagener Linie),namentlich aber seiner Söhne Ulrich und Arnd von Schwerin (Taf. VII. 58 bezw. VIII. 1 und Taf. VII.59) Urfehde geschworen und den .Anclamern nach damaligem Gebrauch Kleider, Geld, Sporen, Schwert,Stiefeln und anderes Geräth überlassen hatte.
Aber schon im nächsten Jahre 1458 entbrannte der Kampf zwischen den Schwerinen von Spantekowund der Stadt Anclam von Neuem, und zwar in einem Umfange und mit einer Heftigkeit, wie nie zuvor;und doch war auch hier die unmittelbare Veranlassung wiederum eine geringfügige: ein Schwerin'scher Bauerwar aus Spantekow entlaufen und hatte in Anclam Zuflucht gesucht, und als dann die Schwerine diesen ihrenBauer zurückforderten, soll der Anclam'sche Bürgermeister Hans Bohler ihnen eine spöttische Antwort gegebenhaben. Beide Theile erschienen diesmal in besonderer Stärke auf dem Kampfplatz. Die Anclamer erbauten,um die Bewegungen des Feindes besser erspähen zu können, einen eigenen Wartthurm, den Hohenstein,bei Woserow; überdies hatten sie schon 1457 ihr altes Schutzbündniss mit den Städten Stralsund, Greifs-wald und Demmin erneuert. Um die Spantekower Schwerine schaarten sich nicht nur ihre Vettern ausAltwigshagen, sondern auch „die von der Müggenburg und Lindenberg" d. h. die Lepel und Vosse, dieKöpperen, Lüskowen, Tammo Kaseke, sowie Märkische und Meklenburgische Edelleute, Jaspar Gans Herrzu Putlitz, Caspar Bohr, Jaspar und Eggert Hahn. Die Unterstützung Anclams durch die zunächst ge-legenen verbündeten Städte Greifswald und Demmin scheint Anfangs nicht bedeutend gewesen zu sein; am13. Juni 1458 wurden die Anclamer zum ersten Mal mit einem Verlust von 107 Mann an Gefallenen undGefangenen, und am 11. Juni 1459 in einem Treffen bei Drevelow zum zweiten Mal mit noch beträcht-licheren Verlusten in die Flucht geschlagen. Vergebens suchte der Landesherr Herzog Otto von Pommernim August desselben Jahres, eine Aussöhnung zwischen den Streitenden herbeizuführen. Am 26. Juni 1460erschienen die Schwerine von Neuem mit 24 Pferden und einigen Bauern vor Anclam; doch der inzwischenbesser gerüstete Gegner zog ihnen mit 100 Pferden entgegen und schlug sie so empfindlich aufs Haupt, dasssie 16 Pferde und 7 Gefangene vom Adel zurücklassen mussten, unter ihnen Arnd von Schwerin mit demBein a men Kulepatz (Taf. VH. 59), Andreas von Schwerin genannt Distel (Taf. V. 45), Hans Lepelund Tammo Kaseke. Im Kampfe erschlagen wurden ausser mehreren Bauern Henning Voss und WedigeKöppern. Jetzt nützten die Anclamer ihren Sieg aus, verfolgten die fliehenden Feinde, drangen in die Schwe-rin'schen Besitzungen, brachen Häuser und Vesten in den Grund, plünderten namentlich Crien, Demnitzund Iven, beraubten auch die Kirchen zu Tetterin, Neuenkirchen und Völschow und legten dasSchloss zu Crien, vermuthlich auch die Kirchengebäude zu Tetterin und Neuenkirchen in Asche.
Neue Ueberfälle Seitens der Schwerine waren die Folgen dieser Gewaltthaten. Ueberhaupt aber fühltensich die Anclamer trotz ihrer Siege und der in den Schwerin'schen Gütern angerichteten Verheerun-gen nicht beruhigt. Noch stand ja die gefürchtete Burg Spantekow; solange diese nicht gefallen,
1) U. B. II 230. — Vgl. auch Th. II S. 128 No. 22. — 2) U. B. II. 272.
3) U. B. II. 331. — Vgl. auch Th. II S. 135 No. 43.
Vgl. auch Th. II S. 126, 131 und 136. —
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