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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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unter der BezeichnungStipendium Behro-Schwerinianum". Ueber dessen Zweck giebt Daniel HeinriebArnoldt in seiner Historie der Königsbergischen Universität Th. II 11 S. 6 folgende Nachricht:FriedrichBehr, Erbherr auf Schlecken, und dessen Gemahlin Emerentia Benigna geb. von Schwerin legirtenanno 1641 der Academie (zu Königsberg) das Gut Rotenau, sodass von den Gefällen desselben 33 Rthlr.30 Gr. einem Professorsohne und eben so viel einem Studioso aus Curland, etwa einem dasigen Prediger-sohne, gereichet und das Curische Theil von der Familie, jenes aber von der Academie vergeben werdensollte. Nachdem das Gut verkauft worden, beträgt das Capital 1333 Rthlr. 30 Gr-, und von dem Ueber-schuss der Zinsen bekommt ein jeder Rector der Academie 6 Rthlr. 60 Gr." 2 '

4. Die Alt-Landsbergischen Stiftungen. Nicht lange, nachdem der Freiherr Otto von Schwerin(Taf. XVHL 1), der nachmalige Oberpräsident, durch den Lehnbrief 3 ' vom 3. Octb. 1654 für seine bisdahin in der Mark Brandenburg erworbene Alt-Landsbergische Begüterung die Rechte einer Herrschaft er-langt hatte, erbat er von dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm die Ermächtigung und erhielt sie unter dem2. Aug. 1657 4) , auf seine und der Seinigen Kosten oder auch durch milde Beisteuer namentlich reformirterReligionsverwandten eine neue reformirte Kircheauf seinem Schlosse oder Burg zuHohen-Landsberg(d. i. Alt-Landsberg) und daneben eine Kinderschule zu errichten und zu dotiren, auch einen oder mehrereder reformirten Religion zugethane Pfarrherren, Küster, Kirchen- und Schuldiener zu berufen". Beber die Art,wie Otto von Schwerin von dieser Ermächtigung Gebrauch machte, sagt Gähde in seiner Geschichte derStadt Alt - Landsberg S. 315 Folgendes:In dem neuen Schlosse, das Schwerin seit 1657 baute, wurdenun auch eine eigene Kapelle für die Gemeinde eingerichtet. Sie war 1662 vollendet und wurde am27. Aug. vom Prediger Colerus in Gegenwart des Kurfürsten, der Kurfürstin, der Prinzen und vieler hoherPersonen des Hofes feierlich eingeweiht. Sie lag auf der Nordseite des Schlosses im zweiten Stock überdem Hauptsaal. Als aber Schwerin später wegen der Aufnahme der kurfürstlichen Prinzen das Schlosserweiterte, baute er den linken Flügel des Schlosses auf der Südseite, ungefähr auf der Stelle, wo die jetzigereformirte Kirche liegt, zu einer neuen Kirche für die reformirte Gemeinde auf, die von ebener Erde biszur vollen Höhe des Schlosses reichte und schöner ausgestattet war, als die erste; sie wurde 1671 ein-geweiht. Zugleich mit dem Schlosse wurde ein Pfarr- und Schulhaus erbaut; wahrscheinlich war esvollendet, als der erste Prediger im Herbst 1661 anzog 5 *. Auch sorgte Schwerin für die an-gemessene Dotation 6 ' der Kirche und der Stellen der Kirchenbeamten, und was hier der Vater nicht that,vollbrachte der Sohn" (Otto der Jüngere von Schwerin Taf. XVIII. 4).

Zu den mit der Kirche verbundenen Stiftungen gehörte ferner ein Hospital, welches Otto der Aelterevon Schwerin an Stelle des im 30jährigen Kriege untergegangenen gründete, indem er ein Haus erwarbund zur Aufnahme und Verpflegung von 12 Frauen und einem Manne (welcher am Thore Almosen für dasHospital einsammeln sollte) durch Stiftungsurkunde vom 25. Jan. 1675 bedeutende Natural-Einkünfte be-stimmte. Ottos Sohn indessen verkaufte dieses Haus und erbaute, aber nur für 6 Hospitaliten, ein anderesauf der Stelle, auf welcher das ursprüngliche Hospital gestanden hatte 7 '.

Endlich wurde auch noch eine Bibliothek für die Geistlichen beider Gemeinden zu Alt-Landsbergdurch Otto den Aelteren angelegt und durch dessen Sohn erweitert 8 '.

Zwei selbständige Stiftungen Ottos des Jüngeren von Schwerin zu Alt-Landsberg waren die Pre-diger-Wittwenkasse und das Waisenhaus.

Die erstere erfolgte durch Urkunde 9 ' vom 10. Decb. 1691. Nach derselben errichtete derWirklicheGeheime Rath Otto Freiherr von Schwerin" im Anschluss an die kurfürstliche Verordnung d. d. Cöln a/s p .den 2. Apr. 1691, laut deren zum behuf eines jährlichen Unterhalts vor künftige predigerwittwen und -waysenvermittelst eines jährlichen beytrages eines thalers von jedem prediger unter jeder inspection ein fundus zujährlicher Versorgung einer jeden predigerwittwe oder hinterlaszner waysen etwan mit 10 rthlr. angeschaftwerden sollte, für seine Herrschaft Alt-Landsberg eine besondere Stiftung, weilndie zur herrschaft Alt-Lands-berg gehörige so reformirte als Luther sehe prediger theils unter keine inspection gehörten, theils auch unterverschiednen inspectionen vertheilet wären, also dasz dasjenige, so sie (Otto von Schwerin) zu beneßeirungder prediger in ihrer herrschaft selbst beizutragen entschloszen, ihnen nicht zustatten kommen können würde,wann die collecte nicht in ihrer selbst eignen herrschaft beisammen gehalten werden solte. Otto wollte dahernach Anleitung des Artikels 9 der genannten Verordnung nicht allein zu beibehaltung, sondern auch zuverbeszrung des jährlichen wittwen- und waysengehalts, und damit selbiger zu füglicherer eintlieilung in quar-

1) Gedruckt zu Königsberg i/Pr. 1746. 2) Vgl. auch Th. II S. 286. 3) U. B. II. 615. 4) U. B. II. 617.

5) Das ursprüngliche von Schwerin erbaute Haus ist (nach Gähde) in der Nacht vom 23. zum 24. April 1854 abgebrannt.

6) Bei Gähde a. a. 0. S. 315 und 316 wird genau angegeben, worin die Dotation bestanden hat. 7) Vgl. Gähde a. a. 0.

S. 317 und 318. 8) Vgl. ebend. S. 319. 9) Eine beglaubigte Abschrift derselben wird im Geh. Staatsarchive zu Berlin

aufbewahrt.