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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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deren, der Besprechung des heutigen Besitzes angeschlossenen Liste in alphabetischer Reihenfolge zusammen-gestellt und bei jeder Ortschaft die Stellen angegeben, an welchen deren Beziehungen zum Geschlechtvon Schwerin nachgelesen werden können.

Die gegenwärtigen Besitzungen des Geschlechts classificiren wir in Nachstehendem nach den imvorigen Abschnitt gedachten Linien, soweit dieselben hierbei in Betracht kommen: denn es scheiden fürdie Besprechung des jetzigen Grundbesitzes des Geschlechts von Schwerin nicht nur selbstverständlich dieausgestorbenen 10 Linien aus, sondern von den noch blühenden auch die Linien Stolpe, Dargibell und dieLinie in Baiern, welche zur Zeit Güter nicht besitzen 1 '.

1. Grundbesitz der Linie Curtshagen (Taf. VI A) 2)

(in Pommern).

Curtshagen in Pommern, Kr. Anclam, Allodial-Rittergut, ist im 18. Jahrhundert von dem General-Feldmarschall Curd Christoph von Schwerin (Taf. X. 32) durch Rodungen aus einem Buschkaten auf derFeldmark des Dorfes Neuendorf a3 > gegründet, als Vorwerk von Neuendorf abgezweigt und später zu einemselbständigen Rittergut erhoben worden. Den Namen trägt es von seinem Gründer.

Von Curd Christoph kamen Curtshagen und das genannte Neuendorf durch Erbschaft an dessen Neffen,den Grafen Wilhelm Friedrich Carl von Schwerin aus der Schwerinsburger Linie (Taf. XII. 4), welcher dieseGüter am 1. Octb. 1787 seinem jüngsten Bruder, dem Grafen Heinrich Bogislav Dettlof (Taf. XII. 5),käuflich überliess. Der Letztere veräusserte sie durch Verträge vom 23. Decb. 1790 und vom 17. Jan. 1791an Otto Ludwig Friedrich von Borcke.

Nach etwa 30 Jahren kamen die Güter Curtshagen und Neuendorf an die Familie von Schwerin dadurchzurück, dass Carl August Curd von Schwerin aus dem Hauptzweige der Linie Aurose (Taf. VI A. 21) sie am24. Juni 1820 von dem gedachten von Borcke für 50,000 Thlr. erwarb. Dessen Sohn Rudolf Ludwig Wilhelmvon Schwerin (Taf. VI A. 29) übernahm sie bei der Theilung der väterlichen Erbschaft im Jahre 1842zum Preise von 60,000 Thlr. und ist noch jetzt deren Besitzer.

Die Grösse von Curtshagen beträgt 832 h 85 a 67 qm 4 > (3262 Morg. 2 QR.).

Nach Curtshagen benennt sich heute der Hauptzweig der Linie Aurose 5) .

Neuendorf, in Pommern im östlichen Theile des Kreises Anclam bei Curtshagen belegen, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt Allodial-Rittergut, wird zum Unterschiede von dem im westlichen Theile desselbenKreises bei Janow belegenen, ebenfalls von Schwerin'schen Gute gleiches Namens Neuendorf 3 , das andereNeuendorf b genannt 6 '.

Neuendorf" gehörte, wie der Lehnbrief vom 10. Juli 1533 nachweist 7 ', zu dem ehemaligen sogen.Altwigshagen'schen Gütercomplex, an welchem sowohl die Familie von Schwerin als die Familie von Lind-stedt Theil hatte.

a) Der Alt-Schwerin'sche Besitz in Neuendorf, kam um 1524 durch Ankauf aus den Händen Oldwigsvon Schwerin von der älteren Linie Altwigshagen (Taf. V. 54) an Hans von Schwerin aus der Linie der Bönen(Taf. IX. 5), ward aber durch weitere Erwerbungen desselben vergrössert 8 '. Durch Theilung unter seinenErben gelangte 1598

ein Antheil an seinen Enkel Hans Felix von der Cummerower Linie (Taf. XIII. 2),ein zweiter Antheil an seinen Sohn Hans Hugold, den Stifter der jüngeren Linie Altwigshagen(Taf. XVII. 1).

Des Letzteren Sohn Otto (Taf. XVII. 2) vereinigte beide Antheile 1617 dadurch, dass er mit derWittwe des Hans Felix und mit dessen Söhnen in Betreff der um die Altwigshagen'schen Güter schonlängere Zeit mit der Linie Cummerow bestehenden Streitigkeiten eine Einigung erzielte, kraft welcher.ihmderen Altwigshagen'sche Güter und mit diesen auch deren Antheil an Neuendorf überlassen wurde 9 '.

1) Abgesehen von einer Pflanzung auf Batavia, welche wenigstens noch 1855 der der Stolpe'schen Linie angehörende

Leopold Curd Carl von Schwerin (Taf. III. 99) hesass. Vgl. Th. II S. 55. 2) Die den Personennamen beigegebenen

Nummern beziehen sich bei dieser, wie bei den folgenden Linien, überall auf die Stammtafel der grade in Rede stehenden Linie.

Bei Personennamen aus anderen Linien wird die Nummer der betr. Stammtafel jedesmal besonders beigefügt. 3) Siehe die

nachfolgende Besitzung. 4) h =r= Hectar, a Ar, qm Quadratmeter. 5) Vgl. Th. II S. 109, 110, 205, 225, 220, und

Berghaus, Landbuch von Pommern Th. II Bd. I. S. 324 und 325. 6) Ueber Neuendorfb siehe No. 9, Grundbesitz der Linie

Rehberg. 7) Vgl. U. B. II. 456. 8) Vgl. Th. II. S. 187. 9) Vgl. Th. II S. 201 und 249.