mangelte den Verfassern die Kenntniss der das Geschlecht berührenden Urkunden in dem Umfange, wie erdurch Erschliessung der Staatsarchive in den letzten zwanzig bis dreissig Jahren überhaupt erst möglichgeworden und nur durch rastloses Forschen in diesen Archiven nach den einschlägigen Documenten unddurch deren unermüdliches Sammeln gewonnen werden konnte. Aus der Ueberzeugung, dass unter diesenUmständen die Nachrichten über das Geschlecht, je weiter sie der Zeit nach zurückgingen, um so un-zuverlässiger erscheinen mussten, und dass besonders in Bezug auf den Ursprung und die Descendenz derersten Jahrhunderte Traditionen und Hypothesen die Grandlagen derselben bildeten, entsprang bei der Familiedas Verlangen 1 * nach einer authentischen Geschichte des Geschlechts. Die Herstellung einer solchen her-beizuführen, übertrug sie laut Familienbeschluss vom 21. Januar 1861 den unterzeichneten beiden Mit-gliedern des Geschlechts.
Auf deren Wunsch übernahm in Vereinigung mit denselben unter Genehmigung des Königlichen Di-rectoriums der Staatsarchive der mitunterzeichnete Dr. Gollmert die Bearbeitung des Geschichtswerkes.
Nach dem ursprünglichen Plan sollte die Arbeit auf eine möglichst vollständige Sammlung und Heraus-gabe der Urkunden über die dunkleren Perioden des Geschlechts d. h. von seinem ersten Bekanntwerdenbis etwa zur Mitte des 16. Jahrhunderts, von da ab auf eine geringe Auswahl der wichtigsten Documente,besonders der Diplome über die Standeserhöhungen, auf einen kurzen Abriss der Familiengeschichte unddie Herstellung einer zuverlässigen Stammtafel sich beschränken. Doch bald erschien dieser Rahmen demlebendigen Interesse der Familie an ihrer Geschichte zu eng und es wurde beschlossen, dem Werke diejenigeAusdehnung zu geben, in welcher es vorliegt, d. h. es sollte umfassen
1) einen sogenannten allgemeinen Theil, in welchem alle das Geschlecht als solches berührendeVorgänge, wie dessen Ursprung, Ausbreitung, Güterbesitz, Standesverhältnisse, Wappen undSiegel u. s. w., Gegenstand der Untersuchung würden;
2) einen biographischen Theil, enthaltend einen kurzen, nur das relativ Wichtigste hervor-hebenden Lebenslauf jedes bekannt gewordenen Familiengliedes;
3) ein bis auf die Jetztzeit herabreichendes Urkundenbuch;ferner aber als Beigaben
zum ersten Theil übersichtliche Zusammenstellungen über besondere Vorkommnisse und Verhält-nisse des Geschlechts und Abbildungen von Burgen, Schlössern, Wohnsitzen;
zum zweiten Theil eine zur Uebersicht der Verzweigung des Gesammtgeschlechts dienende, nur andie Begründer neuer Linien sich lehnende allgemeine Stammtafel, Special-Stammtafeln der einzelnen Linienund Portraits der bedeutenderen Persönlichkeiten 2 *, soweit solche Portraits zur Verfügung wären;
zum dritten Theil Abbildungen von Siegeln und Wappen.
1) Soweit dieses Verlangen die Aufstellung eines möglichst sicheren Stammbaumes und zugleich die Fortsetzung der Adelung-Sprengel'schen Arbeit angeht, hat es schon einmal Ausdruck in dem Berichte gefunden, welchen Graf Heinrich von Schwerin-Putzar (Taf. XII. 11) auf der Familien-Conferenz im Jahre 1835 erstattete. Die bezügliche Stelle lautet:
„Der Herr Justizrath Kunowski hat schon vielfaltig darauf aufmerksam gemacht, wie nützlich und nothwendig es wäre,wenn ein genauer Stammbaum der Familie gefertigt, und wenn dieser im Abdruck der Denkschrift (über die Reluition von Span-tekow) beigefügt würde. Ich glaube, die Versammlung wird anerkennen, dass dies allerdings ein Gegenstand von Wichtig-keit ist etc. —
Es erscheint mir daher als ein dringendes Bedürfniss, dass in der Familie ein Mitglied sich bereit findet
zur Zusammenstellung des Stammbaums etc. —
Bei Fertigung dieses so wichtigen Familien-Documents dürfte besonders zu beachten sein, dass nicht nur alle Namen der
Familienglieder in der Ordnung, wie sie in den Geburtsregistern verzeichnet stehen, sondern auch Geburtsjahr und Tag
ganz richtig angegeben würden etc.
Den verstärkten Dank der ganzen Familie würde sich das für dies Geschäft bereitwillige Mitglied verdienen,wenn dasselbe sich der Fortsetzung des Werks, so zu unserm grossen Nutzen die Herren Prediger Adelung und Sprengel be-gonnen und fortgeführt, unterziehen und alles darin niederlegen wollte, was nicht nur in genealogischer Beziehung, sondern auchbesonders hinsichtlich der Veränderungen im Besitzthum, der Aemter, Ehren und Würden, zu welchen Familiengliedergelangen, der Verheirathungen der Töchter etc. wichtig für unsere Nachkommen erscheinen kann etc. —
Möchte es daher einem Familiengliede gefallen, sich den Dank der gegenwärtigen und der künftigen Generationen durchUebernahme dieser allerdings mühevollen Arbeiten zu verdienen etc."
2) Die besonderen Geschicke einiger jüngerer Familienmitglieder sind Veranlassung geworden, auch deren Portraits inzwei Gedenkblättern beizugeben.