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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Hraban von Fulda.

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Handschriften: Einsidl. 266 s. X. 1 ) Wirzib. 1 s. XV. Amiens 223 s. IX. Cantabrig.Trin. Coli. B. 16. 8 s. X, vgl. außerdem PL. 2,158 f. Hss. der Hymnen: Bruxell. 8860—8867.Veron.XC. Sangall.899. Monac.14461 s. IX, 10077 s. XI—XII; Colon, eccl. metr. XXXV s.IX.Escorial.6.III.2 s.IX. Ausgaben: ed. Brower, Colon 1617. Dummler, PL. 2,159—258.—Ebert 2, 142 ff. G. M. Dreves, Hymnologische Studien zu Ven. Fortunatus und Rabanus,Manch. 1908, S. 55-136.

Deutsches. 2 ) Neben seinen zahlreichen Werken zur kirchlichenLiteratur hat Hraban auch einiges in der Volkssprache geschrieben. Längsthatte man in St. Gallen begonnen, für den Verkehr der Geistlichkeit mitdem Volke lateinisch-deutsche Glossare anzufertigen. Hatten doch schondie Iren im 7. oder 8. Jahrhundert ein nach Materien geordnetes Vokabularangelegt, das zu ihrem Gebrauche bei der Gründung von Klöstern in Ost-franken verfaßt war. 3 ) So entstand in St. Gallen ein großes lateinisch-deutsches Wörterbuch zur Bibel, angeblich zusammengestellt von Kero. 4 ) AuchKarl der Große zeigte regen Sinn für die volksmäßige Dichtung in deutscherSprache, er ließ nach Einharts Bericht die alten Heldenlieder sammelnund aufschreiben, wie er auch eine fränkische Grammatik zu schreiben be-fahl, die aber nicht fertiggestellt worden ist (Einh. Vita Karoli 29). Mit jenerSammlung von Heldenliedern hängt vielleicht die Nachricht aus dem Bücher-verzeichnis Reginberts von Reichenau zusammen, daß dort in einem Bande(21., Becker N. 10) zwölf Gedichte in deutscher Sprache vereinigt waren.In einem weiteren Bande Reginberts (N. 22) standen verschiedne Gedichtezur Erlernung der deutschen Sprache, so daß hiernach die Erteilung deutschenUnterrichts in Reichenau feststeht. Auch auf Hraban wird ein großeslateinisch-deutsches Bibelglossar zurückgeführt, das aber nicht ihm gehört,sondern in Bayern entstanden ist. Es findet sich im Vindob. 162 s. IX und482 s. IX und im Monac. germ. 5153a s. IX; herausgegeben von Steinmeyer,Deutsche Glossen 1, 3—270; vgl. Kögel, Über das Keronische GlossarS. XLVII. 6 ) Sicher aber ist, daß sich Hraban an ähnlichen, in das Schul-fach einschlagenden Arbeiten beteiligt hat, denn sein Schüler WalahfridStrabo hat die von ihm vorgetragenen deutschen Bezeichnungen der Teiledes menschlichen Körpers aufgezeichnet, sie stehen mit kurzer Bemerkungüber den Sachverhalt in der Hs. zu Amiens 110 s. XII f. 21a, im Fuld. C 11s. XV f. 96b und im Monac. 14754 s. X f. 80b. Auch wurden mehrere WerkeHrabans mit deutschen Glossen versehen, so De computo im Monac. 14221s. X, De instit. clericorum im Basil. F. III. 15e s. IX — X, im Fuld. Aa 2 s. X;vgl. Monac. 14754 s. X f. 96. Endlich hat Ebert (2, 127 und n. 2) mit Rechthervorgehoben, daß Hraban in mehreren Gedichten die lateinische Erklärungdeutscher Personennamen gibt, 6 ) so daß auch hier ein lehrhaftes Moment,wie bei Hraban überhaupt, hervortritt. Nicht unwesentlich dürfte auchHrabans Beispiel für seinen Schüler Otfrid von Weißenburg gewesen sein,

') Ist ein Teil der von Brower fürseine Ausgabe benutzten Hs.

2 ) Trotzdem das Wort in jener Zeit nochnicht ganz im spätem Sinne gebraucht wird— theodisca lingua bedeutet die volkstüm-liche Sprache im Gegensatz zur lateinischen(und romanischen); der Begriff kommt um786 auf — muß es von jetzt an gebrauchtwerden. Tatsächlich erhält es unsern Sinn

erst im 10. Jahrb.

3 ) Im Sangall. 913 p. 181-206.

4 ) Im Sangall. 911 s.VIIl. Vgl. Kögel,Ueber das Keronische Glossar.

6 ) Vgl. Goedeke, Grundriß d. deutschenDichtung'' 1, 16.

6 ) Eine Ergänzung hierzu gibt Dümm-ler, Berl. SB. 1898, 35 n. 1.