Hraban von Fulda.
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De inventione linguarum ist seiner Tendenz nach hier am bestenanzuknüpfen. Es handelt sich aber in der kleinen Schrift mehr um dieBuchstaben als um die Sprachen, 1 ) und zwar zuerst um die hebräischen,griechischen und lateinischen nach Isidor Et. 1. 3, 5 f. und 4, 1. Darauffolgt das Alphabet des Aethicus Cosmographus, das sich am Schluß vondessen Werk (c. 113 p. 84 ed. Wuttke) findet. Hraban wiederholt hierbei,was er aus der Aufschrift und Unterschrift dieses Werkes über den Ver-fasser und über den Übersetzer erfuhr; er muß doch geglaubt haben, daßdiese wunderlichen Zeichen auch anderwärts zur Verwendung gekommenseien, und bittet den Leser zu verbessern, wenn er etwas fehlerhaft an-gebe. Jedenfalls zeugt das von unmittelbarer Benutzung des im 9. Jahr-hundert nicht selten gelesenen und abgeschriebenen Autors. Seltsam istdie Einführung der Runenschrift, 2 ) da Hraban sie den Markomannen bei-legt, die heute Nordmannen genannt würden, und von denen die Völkerabstammten, die die lingua theodisca sprächen; die Runen würden heutenoch zu Sprüchen, Anrufungen und Segen von den Heiden gebraucht.Hierauf folgt eine kleine Auswahl von Suspensionen und Kontraktionender Notae Caesaris des Valerius Probus, daran reihen sich einige Probender karolingischen Geheimschrift, die durch Bonifatius mitgebracht wordensein solle. 3 ) Den Schluß der kleinen Schrift bilden kirchliche Monogramme.
Sie steht im Heidelberg. 9 XXXIX s.XII, daraus gab Verbesserungen zumText K.Bartsch,Germania 17, 407 f.; außerdem Vindob. 1609 s. X f. 2. Vgl. Ebert 2, 126.
De rerum naturis. Daß Hraban sich auch sonst ganz an Isidor an-lehnt, beweist er in der Schrift De consanguineorum nuptiis im Abschnittde magicis artibus (Migne 109, 1097 ff.), das aus Etym. 8, 9 stammt. DieHerkunft des Werkes über die Natur der Dinge geben einige alte Auf-schriften deutlich an, es heifit s. XH in St. Bertin und 1395 in Durham(B. 77, 248 und Surtees Soc. Publicat. 7, 67) Babani libri ethimologiarum,s.XII in Arras (B. 125, 118) Rabanus ethimologicon. Die Neuordnung desStoffes und die Zerteilung in zweiundzwanzig Bücher 4 ) motiviert Hrabanmit der Bücherzahl der Bibel des Hieronymus im Alten Testament, s. oben;daß aber seine Quelle zwanzig Bücher zählt, verschweigt er, wie er sieüberhaupt nicht nennt. In dem Werke begegnen sehr viel griechischeWörter, sie stammen aber alle aus Isidor; überhaupt bringt Hraban manchengriechischen Brocken, er verdankt ihn aber stets einer nachweisbaren Quelle(Priscian, Hieronymus, Isidor); auch seine Gedichte sind davon nicht frei,vgl. Carm. 1, 1, 20. 21 (PL. 2, 160); 11,2 p. 173; 21,9—14 p. 186; 26,5p. 189; 24, 11. 13. 27 p. 192, aber nirgends lassen diese einzelnen Wörterauf Kenntnis der Sprache schließen (so auch Sandys, Hist. of class. scholarshipS. 467). Die Möglichkeit dazu scheint allerdings dagewesen zu sein, denn
') Also ähnlich wie Eugen. Tolet. Carm. 39(Auct. ant. 14, 257).
s ) Zum Runenalphabet vgl. Paul, Grund-riß d. germ. Piniol. 2 1, 254.
3 ) Migne 112,1581 fertw quod s. Boni-fatius archiepiscopus ac martyr ab Angul-saxis (?) veniens hoc antecessoribtts nostris de-monsirarit. — Es sei bemerkt, daß die nähere
Bestimmung der Carmentis nympha als Evan-dri mater sich deckt mit Comment. Einsidl.bei Hagen, Anecd. Helv. 221, 31.
4 ) Zur Einteilung s. Ebert 2, 135 n. 3.Hinsichtlich der Quellen — außer Isidor sindBeda und Hieronymus benutzt — s. Werner,Alcuin und sein Jahrhundert S. 106 f.