Ildefonsus Toletanus. 235
Prineipali post haec violentia Toletum reducitur atque inibi post decessoris sui öbitum ponli-fc.r subrogatur; aus diesen letzten Worten ergibt sich, daß Ildefons von König Keccesvinthfast gezwungen') wurde, dem Klosterleben zu entsagen, und daß das schon einige Zeit vordem Tode Eugens III. geschah (nicht genau Garns S. 136). Die Zeit des Pontifikats gibtJulian 44 B Ascitus autem in pontiftmtnm nono gloriosi Reccesvinihi prineipis anno, novemannis et duobus fere mensibus clarus habitus fuü . . . retentatione regiminis; expletoque octavoäecimo praedicti principis anno sequenti die decimo Kai. Febr. domicüio camis exuitur.
De virorum illustrium scriptis. Ildefons teilte nach Julian 44Aseine Schriften in vier ungleichartige Massen, aus deren erster allein sicheiniges gerettet hat, wahrscheinlich, weil dieser Teil nur theologische Werkeenthielt. Die Angaben in alten Katalogen sind meist sehr undeutlich undergeben den Inhalt der Aufschriften recht ungenau. So unterscheidet maninLimoges s.XII (Delisle, Le cab.2, 494, 67 Ildefonsos duos (= 497, 99. 100),hierzu 497, 100 = 500, 96 Tres Ildefonsi; in Maillezais s.XII (Delisle 2,507, 74) ist die Angabe auch unbestimmt, und nur in einer Bibl. incogn.Frankreichs s. XIII (Delisle 2, 517, 31) erscheint das Buch De virginitateb. Marie. 2 ) Doch war in Pomposa s. XI eine jetzt verlorne Schrift vor-handen (B. 70, 25) Hidelphonsus de trinitate, die sich mit dem von Juliangenannten opusculum de proprietate personamm patris et filii et spiritus sanctideckt. Der Schriftstellerkatalog dagegen erscheint meines Wissens nur inUrbino vor 1482 (Giorn. d. Arch. Tose. 6, 135, 30) Dialphonsus Tolitanusarchiepiscopus de viris illustribus. Diese Schrift ist während der Bischofs-zeit geschrieben, wie Ildefons in ihrer Vorrede (Dzialowski S. 129) sagt.Er hat dazu schriftliche wie mündliche Überlieferung benutzt (ib. S. 130):quaeque vetera antiquorum relatu reperi, quaeque nova exhibitione temporisdidici, orSu linguae quo potui subnotavi. Seine Angaben sind insofern wert-voll, als über die meisten der von ihm behandelten Persönlichkeiten sonstfast nichts bekannt ist. Allerdings schwindet der literarhistorische Wertder Schrift dadurch, daß von den vierzehn behandelten Persönlichkeitennur acht schriftstellerisch tätig gewesen sind, wie schon Ebert 1, 602 be-merkte. Außerdem gehören sie fast sämtlich Spanien an und sieben sindallein Bischöfe von Toledo und diese bevorzugt Ildefons in ungebührlicherWeise, obwohl vier von ihnen nichts geschrieben haben. Hierzu kommt,daß Ildefons dort, wo er keine Schriften aufzählen kann, fast lediglich vonWundern berichtet, was er auch schon in der Vorrede tut. Und so läuftdie ganze Arbeit, wie Dzialowski S. 153—160 nachwies, auf den Ruhm undPreis von Toledo hinaus und kennzeichnet sich dadurch als ein tendenziösesSchriftstück, das darauf ausgeht, die toletanischen Bischöfe in hellstes Lichtzu setzen und zu zeigen, daß ihnen die Primaswürde in Spanien gebühre.
Handschrift: Casinensis 294 s. IX.
Ausgaben: Migne 96,195—206. Dzialowski S. 129—147 (mit genauer Unter-suchung der Angaben und folgender kritischer Würdigung). — Andere Werke führt Julian(44 A) auf: Favus qnoque seewidae Über epistolarum est, in quo diversis scribens aenigmaticisformulis egit personasque interdum induxit. In quo etiam a quibusdam htculentiora scrip-
') Die Worte sind schon hei Ildefons vir.ill. 14 von Eugenius zu lesen unde prineipaliviolentia reduetus atque in pontificatum ad-xcitus; das könnte ihre Bedeutung etwas ab-
vom J. 951 ist jetzt Paris. 2855 (Delisle,Le cab.3,274. Traube, Neues Archiv26,231.Deutsche Abschrift davon ist Parma Pal. 1650,hieraus Abbildung in Monum. palaeogt. sacra
schwächen. ; per cura di F. Carta, C. Cipolla e C. Frati, tav.
a ) Die spanische Abschrift des Gomes | XXI (1899).