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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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108
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108 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

(S. 32,2) heißt Duodecim abusiva sunt saeculi. Zur Verwendung der Vulgata s. Hell mann

8. 4 und n. 2. Zur Anlage der Schrift s. Hellmann S. 16. Zur Verwendung der octo vitiaprincipalia Cassians durch Columban s. die Ausgabe der Instructiones bei Seebass, Ztschr.f. Kirchengesch. 14,84 ff., und bei Aldhelm in dem Anhang De VIII princ. vitiis an dasGedicht De laudibus virginum. Die zwölf Ueberschriften heißen Sapiens sine operibus, senexsine religione, adolescens sine oboedientia, dives sine elemosyna, feniina sine pudicitia,dominus sine virtute, christianus contentiosus, pauper superbus, rex iniquus, episcopus neg-legens, plebs sine disciplina, populus sine lege. Drei dieser Typen werden von HellmannS. 15 im Senchus Mor, dem alten irischen Gesetzbuch nachgewiesen. Zur Benutzung derVulgata s. die Noten in Hellmanns Ausgabe. Zum Homoioteleuton in beiden Schriftens. Hellmann S. 7 ff., dort ist in der Ausgabe diese Anlage in Reimprosa auch äußerlichdurch die Einteilung per cdla erkennbar gemacht. Die Kenntnis der Abusiva ist bei Iren,Angelsachsen und im Prankenreich weithin ausgebreitet: Zur irischen Kanonsammlungs. Haddan und Stubbs, Councils and ecclesiast. documents 2, 2. 327; zum Briefe Kathvulfsan Karl den Großen (Ep.4, 502 ff.) s. J. Waraeus in der Vorrede zu S. Patricii opera; zudem angeblichen Collectaneum Bedae (Migne 94,544. 545) s. Hellmann S. 16 und n.2 sowiedenselben, Sedulius Scottus S. 100 und n. 1. Zu Jonas' von Orleans de institutione regia(Migne 106, 288) s. die Augustinausgabe der Mauriner 6 app. 209.210 und Hellmann S. 1und n. 3; Jonas fußt hier auf den Akten der Pariser Synode von 829 (Mansi, Coli, concil.14,575), aber auch die Synode von Metz 859 (MG. Capitularia reg. Franc. 2,444) verwendetein Stück der Abusiva s. Hellmann S. 17. Sedulius Scottus benutzt die Schrift im Lib.de rect. christianis 2 und im Collectaneum, s. Hellmann, Sedul. Scottus S. 26, 1 ff. und 96.Starke Verwendung bei Hincmar, s. Hellmann S. 17 n. 7. Aufschriften in Katalogen des

9. Jahrh. finden sich in St. Riquier (B. 11,40), Würzburg (B. 18,207), Murbach (Straßb. Phil.-Vers. S. 266) und in Lorsch (B. 37, 159. Später zeigt sich Bekanntschaft mit den Abusivabei Rather, Praeloqüia 2,12 (Migne 136, 199), bei Abbo von Fleury, Coli. can. 3 (Migne139,477), bei Abaelard Sic et tum (ed. Henke und Lindenkohl S. 423); hierüber wieüber weitere Benutzung (bei Ivo von Chartres, im Decr. Gratiani und im Corpus iuriscanonici) s. Hellmann S. 17 f. Zuerst galten die Abusiva als Schrift des Patricius, aufdem Kontinent wurden sie anfänglich anonym überliefert, bis sie sich an die großen NamenAugustin (Origenes?), Isidor und Cyprian anschlössen, bei welchem letzteren sie verbliebensind; vgl. Hellmann S. 1922. Aber auch in die Nationalliteraturen, besonders in diefranzösische und deutsche sind sie übergegangen und haben hier besonders zur Bildungvon Sinnsprüchen und Priameln beigetragen, vgl. Hellmann S. 22 ff. und besonders S. 25.

Ueberlieferung. Sämtliche Hss. gehen auf ein schon fehlerhaftes Exemplar zurück.Hellmann S. 27 f. scheidet zwei Gruppen und benutzt für seine Ausgabe (77) Berol. Phillipp.1691 s. XII: Turic. Cant. Rhein. 95 s. IXX (aus (Rheinau); Oxon. New College 140 s.XIII;Paris 2155 s. XIIIXIV, 1651 s. XIII (aus Tournai). (<I>) Bern. 618 s. XIXII (aus Chartres);Sangall. 277 s. IX; Mett. 138 s. XII. Audimar. 267 s. IX (aus St. Bertin).') Ausgaben in denAusgaben Cyprians (zuletzt Hartel im Corp. SS. eccl. lat. 3,3,152). Kritische Ausgabe vonHellmann, Texte und Unters, z. altchristl. Lit. 34,1, 3260.

Wird im alten Katalog s. XII (B. 77) nicht aufgeführt.