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1 (1910) Althochdeutsche Schriftdenkmäler des IX. bis XI. Jahrhunderts
Entstehung
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WM

TAFEL XIV.

NOTKERS X. PSALM.

Cod. germ. 188 (Fragm. e 3) ist ein Pergament-Quartblatt, dereinzige erhaltene Überrest einer nach Keiles Annahme in St. Gallen, abernicht nach der Urschrift Notkers (gest. 1022), sondern nur nach einer Kopieangefertigten Abschrift seiner Psalmenübertragung. Die Handschrift war,wie es scheint, im Besitze der Benediktinerabtei Seeon am Chiemsee undwurde dort im XVII. Jahrhundert zerschnitten. Das erhaltene Blatt wurdebei seiner Verwendung als Einband eines Buches vom Jahre 1626 anEcken und Rändern beschnitten, eingeschlagen und auf der Innenseitemit Kleister überstrichen. Das Buch kam nach der Säkularisation ausdem Kloster Seeon in die Hof- und Staatsbibliothek, wo Docen i. J. 1825das Bruchstück entdeckte und von dem Einband wieder ablöste. Abge-druckt wurde das Fragment zuerst von Massmann.

Vgl. Massmann, Denkmäler deutscher Sprache und Literatur 1828 I,S. 120122, die Notker-Ausgaben von Hattemer 1846 1, S. 16 und Piper 1882 1,S. XCVI und II, S. XIV und XVIII f.; ferner Walther, Die deutscheBibelübersetzung des Mittelalters 1892, Sp. 558. Kelle, Die S. Gallerdeutschen Schriften 1888 in den Abhandlungen der Münchner AkademieXVIII, S. 217 bis 222 (hier auch ein Facsimile). Kelle, Literatur-geschichte I, S. 236 ff. Kögel I, 2, S. 609. Sievers, die Accente inalthochdeutschen und altsächsischen Handschriften 1909, S. 24.