TAFEL IX.
BITTGESANG
RH DEN HL. PETRUS.
Das letzte Blatt von Cod. lat. 6260 (Fris. 60), der den Commentarius desHrabanus Maurus zur Genesis enthält, wurde von einem anderen Schreiber alsdemjenigen des lateinischen Werkes dazu benützt, den Bittgesang an den hl. Petrusniederzuschreiben. Als Verfasser ist von Graff Otfrid vermutet worden, dochwurde diese Annahme schon von Lachmann abgelehnt. Jedenfalls spricht dieReinheit der Reime dafür, dass das Lied, das älteste Beispiel deutschen Gemeinde-gesangs, noch dem IX. Jahrhundert angehört.
Vgl. Müllenhoff-Scherer 3 Nr. IX. — Pauls Grundriss 2 II, 1, S. 123 f. —Kögel I, 2, S. 108—110. — Kelle I, S. 146 f. — Facsimile bei Massmann, diedeutschen flbschwörungs-Formeln 1839 und Meister, das kathol. deutsche Kirchen-lied 1862, Bd. I, Tafel 1.