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TAFEL XII.
GLOSSEN.
Cod. lat. 18140 (Teg. 140) enthält ausschliesslich lateinisch-lateinische und lateinisch-deutsche Glossen sowohl zu denbiblischen als auch zu einer Reihe anderer Schriften, derenInhalt die Anordnung bestimmt; er ist die reichhaltigste allererhaltenen Glossenhandschriften. Dreispaltig geschrieben enthälter deutsche Worte im Text wie zwischen den Zeilen, in dergewöhnlichen Schreibung wie in einer Hrt Geheimschrift.Diese Geheimschrift besteht darin, dass anstatt eines Vokalsder im Alphabet zunächst, bisweilen auch der an zweiter Stellefolgende Konsonant gesetzt wird. Die Handschrift stammt ausdem Kloster Tegernsee und ist in die zweite Hälfte des XI. Jahr-hunderts zu setzen. Docen sah in den Glossen eine Arbeitdes Hrabanus Maurus, eine Ansicht, die sich als nicht haltbarerwies; sie werden jetzt dem Walafrid Strabo zugeschrieben.Der Auswahl der glossierten Werke nach stehen dieser Hand-schrift die Monseer Glossen (Wien, cod. 2723) am nächsten.Die vorliegende Seite, Bl. 13 v, enthält Glossen zu den BüchernExodus und Leviticus. Zuerst veröffentlichte Docen 1804 Probenaus dieser Sammlung.
Vgl. Docen, Miscellaneen I 1807, S. 158 ff. und S. 198. —Raumer, Die Einwirkung des Christentums auf die althoch-deutsche Sprache, S. 88 ff. — Steinmeyer-Sievers IV, S. 561 f.und I, Nr. 28 und 43.