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1 (1910) Althochdeutsche Schriftdenkmäler des IX. bis XI. Jahrhunderts
Entstehung
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Die letzte Seite der Handschrift zeigt drei oder, wenn derMiniator nicht dieselbe Person war wie der Schreiber deslateinischen Werkes, vier verschiedene Hände. In einerMischung schöner roter Unzial- und Kapitalbuchstaben, die ankarolingische Prachthandschriften erinnert, ist die SchlußschriftZ. 1519 geschrieben. Der Schreiber des Genesis-Kommentarshat sich im übrigen einer sehr gleichmässigen, etwas breitenkarolingischen Minuskel bedient, deren Klarheit nur dadurchbeeinträchtigt wird, dass die i, n, m, u, t, a sich manchmalsehr wenig von einander abheben. Die r haben noch ihrealten Unterlängen (Z. 1), neben dem jüngeren geschlossenena (Z. 1) findet sich wiederholt die ältere offene cc-Form (Z. 3).Die Unterlängen des q sind manchmal durch einen Querstrichabgeschlossen (Z. 7). Die Schrift scheint noch dem IX. Jahr-hundert anzugehören, aber auch die zweite lateinische Schrift(Z. 13, 19 und 27) und die deutsche können nicht viel jüngersein, wiewohl die Anordnung des Textes die das Blatt vonoben bis unten durchziehende grosse Falte und teilweise auchdie Löcher des Pergaments umgeht und somit beweist, dassdiese Schäden damals schon vorhanden waren. Die zweitelateinische Schreiberhand hat im Gegensatz zur ersten unge-mein dünne und zierliche Striche; in der Form aber entspricht

sie noch völlig der ersten und weist ebenfalls im d (Z. 19) diebezeichnende keulenförmige Verdickung auf, die auch in derdeutschen Schrift (Z. 28) wiederkehrt. Wir werden also auchdie Niederschrift des Bittgesangs an Petrus nicht später als inden Anfang des X. Jahrhunderts setzen. Der Schreiber hiessvielleicht Suonhart; wenigstens ist dieser Name Z. 26 in jetztziemlich verwischten, halb radierten Buchstaben von derselbenHand geschrieben wie die deutschen Verse. Diese sind nichtabgesetzt, aber durch Punkte von einander getrennt. DieStrophen dagegen beginnen immer eine neue Zeile mit einemgrossen Buchstaben in Capitalis rustica, der etwas vorgerücktist. Für den Gesang sind die Musiknoten (Neumen) eingezeich-net, die Z. 31 sogar für das ausgelassene Wort eleyson gesetztsind. Die Schrift ist flüchtiger und weniger sorgsam als die desHrabanus-Textes, aber durchaus nicht ungewandt oder unschön.Das r hat meist ziemlich spitze Unterlängen (Z. 28), ebenso das p.Unziales (Z. 29) und gerades d (Z. 30) wechseln. & wird imWort angewendet (Z. 28), w durch uu (Z. 28) und vu (Z. 30) aus-gedrückt. In sancte (Z. 28) dringt die gewöhnliche Schreibungder lateinischen nomina sacra in den deutschen Text ein.Der Lautstand ist bayrisch, die Annahme einer fränkischenVorlage nicht unbestritten.

[ibi re-]quiefcere optemuf. Quod tunc digne fit, fi numerum annorum aetatifipfiuf moribuf imitemur. Centum ergo et decem uitae fuae annif expletifmortuuf eft. et nof ftudeamuf quod per decalogi obferuantiam . ad aeter-nam beatitudinem! quam centenariuf numeruf defignat perueniamuf.Condituf quoque eft ipfe aromatibuf et repofituf in loculo in aegypto. Locu-lum eft uäf repofitorium 1 ), ubi aliquod ad conferuandum commendatur.O felix anima quae aromatibuf uirtutum condita in hoc corpufculo degenfcotidie proficiendo perenni uitae referuatur. Sine dubio fi tali condi-mento 2 ). condita In fide fpe et caritate cuftodita 3 ) fuerit per gratiam chn/riad diuinae contemplationif fpeciem peruenire merebitur. Cuius adeptioperfecta eft laetitia, quam pfalmifta oculif fidei afpicienf ait. Ädimple-bif me domine laetitia cum uultu tuo. delectationef in dextera tua. ulque

In finem.') amen .

HRÄBÄNI MÄURI CONMENTÄRIORUM.IN GENESEOS LIBER QUÄRTUS.EXPLICIT.

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deo gratiaf

Suonhart 5 )

Omnipotenf dominuf cunctif fua facta rependit.

Unfar trohtin hat farfalt lande petre giuualt daz er mac ginerian

ze imo dingenten man . kyrie eleyfon chrifte eleyfon.Er hapet ouh mit vuortun. himilrichef portun. dar in mach er fkerian

den er uuili nerian. kirie eleifon chrifte 6 )Pittemef den gotef trut alla famant uparlut. daz er unf firtanen giuuer-

do ginaden . kirie eleyfon chrifte eleifon .

J ) i übergeschrieben ohne Einfügungszeichen.

2 ) Am Rand von späterer Hand: Quis eft.

s ) Ursprünglich cuftoditae, das e mangelhait wegradiert.

4 ) In f ist wiederholt, von derselben Hand wie amen, aber wieder getilgt.

5 ) Etwas radiert und verwischt; darüber und darunter, Z. 22, 24 und 26, jetzt unleserliche Federproben.

6 ) Die Neumen für das weggelassene Wort eleylon sind vorhanden.

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